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Wenn der Wald spricht 1 - Kapitel 17

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Wenn der Wald spricht... 1

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2011)


Hörbuch 2011. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

17. Kapitel: Ballast erkennen & loslassen

Denn alles muss in Bewegung sein. Im Kleinen kreisen Elektronen um den Atomkern, im Großen dreht sich die Erde unaufhörlich um die Sonne, und irgendwo dazwischen bist du. Ohne Bewegung würde die Welt aufhören zu existieren und so formulierte einer eurer bekanntesten Philosophen treffend: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden." Alles ist unaufhörlich im Werden begriffen und das bewusste Erfahren dieses Werdens von Augenblick zu Augenblick ist das Leben. Es gelingt euch nicht immer, euch im Fluss des Werdens treiben zu lassen. Zum Beispiel, wenn ihr alte Verletzungen oder Denkmuster nicht loslassen könnt. Dann seid ihr nach wie vor eure Vergangenheit und kreist oft jahrelang um dasselbe Problem, ohne eine Lösung zu finden und den nächsten Schritt im Leben tun zu können. Und so schwimmt ihr gegen den Strom, anstatt euch treiben zu lassen und einfach zu werden.

Wenn du an Vergangenem klebst, anstatt dich weiterzubewegen, fehlt dir der klare Blick auf die gegenwärtige, reale Ausgangssituation. Wenn es dir jedoch gelingt, den alten Ballast abzuschütteln, wirst du offen für die Inspiration, für die zündende Idee, für die befreiende Erkenntnis zur Lösung des Problems. Oft ist die Lösung denkbar einfach und schon lange griffbereit, aber der getrübte Blick kann sie einfach nicht wahrnehmen. Mache dir bewusst, dass es immer nur diesen Augenblick gibt und du genau dort deine Identität findest. Alles, was vorher war und sich als Denkmuster und Gewohnheit in deine Gegenwart eingeschlichen hat, muss nicht ein Teil von dir bleiben. Du hältst lediglich daran fest, weil du denkst, dass es das ist, was dein Wesen ausmacht. Dein Verstand versucht immer, alles einzuordnen. Aber was gerade im Werden begriffen ist, sei es auch noch so freudvoll, kann er noch nicht einordnen. Also sträubt er sich dagegen, seine Identität aus dem, was gerade geschieht, zu beziehen. Stattdessen klammert er sich selbst an die schmerzhaftesten Erinnerungen aus der Vergangenheit.

Du musst dir dieser Mechanismen bewusst werden und dann klar entscheiden, dass du diesen Ballast nicht mehr tragen willst. Diese Möglichkeit, dieses Recht hast du. Denn die Bewegung – das stetige Werden – ist ein Geschenk der Schöpfung. Es gibt dir in jedem Augenblick die Möglichkeit, Altes loszulassen und dich neu zu erfinden. Das, was bisher geschehen ist, hat nur die Relevanz, die du dem Geschehenen gibst. Wenn es dir gelingt, den alten Ballast Stück für Stück abzustreifen wie die Raupe ihre Haut, dann erfasst du deine aktuelle Lebenssituation mit voller Klarheit. Der Knoten platzt und du kannst endlich wie ein Schmetterling fliegen, anstatt in deinen alten Denkmustern und Gewohnheiten festzustecken.

Bevor du die Entscheidung treffen kannst, dich von deinem alten Ballast zu lösen, musst du dir darüber im Klaren werden, was genau du eigentlich als Ballast empfindest. Was tut dir nicht mehr gut oder entspricht nicht mehr der Vision deiner selbst? Bist du noch offen gegenüber neuen Impulsen und Ideen? Oder in deinem Denken und Handeln festgefahren, weil dich Verletzungen und schlechte Erfahrungen blockieren? Wann hast du dir das letzte Mal Gedanken über dich und deinen Platz im Leben gemacht? Was oder wer hindert dich daran, einen anderen Platz einzunehmen? Was bist du bereit loszulassen, damit etwas Neues an dessen Stelle treten kann? Du bist wie ein Baum, der seine alten Blätter abwerfen muss, damit im nächsten Frühling neue sprießen können. Die Blätter des Baumes fallen zwar irgendwann von selbst ab, aber wenn der Herbstwind bläst und seine Äste in Bewegung bringt, verliert er sie schneller. Also solltest auch du dich bewegen, damit etwas in dir in Bewegung kommt.

 

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