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Wenn der Wald spricht 1 - Kapitel 15

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Wenn der Wald spricht... 1

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2011)


Hörbuch 2011. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

15. Kapitel: Im Jetzt leben

Fokussiert auf das Jetzt zu sein, mag dir zunächst schwerfallen, weil überall Ablenkung lauert. Aber wenn du gelernt hast, alles Störende um dich herum auszublenden und dich ganz auf den Moment einzulassen, wirst du immer wieder Augenblicke erleben, in denen du dich voll und ganz im Sein eingebettet fühlst. In Momenten wie diesen ist ein flüchtiges Gefühl von tiefem Frieden möglich – ganz gleich, welcher Tätigkeit du gerade nachgehst. Egal, ob du spazieren gehst, liest oder arbeitest. Du erlebst diesen inneren Frieden im Jetzt, weil das Jetzt dein Schlüssel zur Freiheit ist. Es lässt deine Gedanken verstummen und befreit dich damit von den Ketten der Vergangenheit und Zukunft. Die Vergangenheit hält dich gedanklich mit Enttäuschungen und Schuldgefühlen gefangen, die Zukunft mit Zweifeln und Sorgen. Ist dein Denken davon geprägt, leistest du Widerstand gegen den Strom des Seins. Wenn du jedoch im Jetzt bist und ganz in deiner Tätigkeit aufgehst, nimmst du das, was der gegenwärtige Moment enthält, an – mit all seinen Hindernissen und Herausforderungen.

Stell dir vor, du treibst im Strom des Seins auf einen riesigen Ast zu. Wenn du dich ganz auf das Jetzt einlässt, bist du konzentriert. Du hast einen klaren Willen und kannst schließlich mit all deiner Kraft um den Ast herumschwimmen. Zwar hat dir der Ast Unannehmlichkeiten bereitet, aber er war nun einmal da. So ist das Leben. Entscheidend ist, dass du die Herausforderung mit größter Effizienz gemeistert hast. Außerdem hast du Freiheit erlangt. Nicht erst, als du den Ast hinter dir gelassen hast, sondern bereits, als er da war. Denn du hast ihn als gegeben akzeptiert. Freiheit bedeutet, die vorherrschenden Bedingungen anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Wärst du mit deinen Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft gewesen, wo es keinen Ast gab bzw. noch nicht gibt, hättest du dich in ihm verfangen.

Suche also die Erlösung immer im Jetzt – im unmittelbaren Denken, Fühlen und Handeln. Versuche, dich dabei immer mehr selbst zu beobachten. Was denkst du gerade? Kreisen deine Gedanken um die Vergangenheit mit all ihren Fehlern und Verletzungen? Oder um die Zukunft mit all ihren Zweifeln und Sorgen? Was fühlst du dabei? Schwächen dich diese Gefühle? Was tust du infolge dessen? Handelst du verkrampft, weil du enttäuscht von der Vergangenheit und ängstlich bist wegen der Zukunft? Alles, was du denkst, fühlst und tust, wird ein Teil von dir. Nur in der Gegenwart findest du dich selbst. Achte also darauf, dass du deine Identität weder aus dem formst, was bereits geschehen ist, noch aus dem, was erst geschehen wird. Lerne aus dem, was vergangen ist, aber identifiziere dich nicht mehr damit. Plane, was zukünftig ist, aber vergiss dabei nicht, dass du das, was du in Zukunft ernten willst, jetzt säen musst. Mit Sorgen und Ängsten wird die Ernte nicht höher ausfallen. Nimm dir ein Beispiel an den Tieren des Waldes. Sie suchen sich im Jetzt ihre Nahrung, ohne sich um das Morgen zu sorgen. Denn das Morgen ist nicht greifbar. Es existiert nicht. Vertraue auf die Gegenwart und du wirst alles finden, was du brauchst: Das Leben und dich selbst.

 

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