Wir verwenden Cookies, um Ihr Shoppingerlebnis zu verbessern. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, akzeptieren Sie die Cookie-Policy. (Datenschutz)

OK
Wenn der Wald spricht 1 - Kapitel 12

Zurück zur Übersicht

 

Wenn der Wald spricht... 1

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2011)


Hörbuch 2011. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

12. Kapitel: Tiere

Ihr denkt, Menschen können beurteilen, was für ein Tier gut oder schlecht ist. Wenn ihr mehr über Tiere und ihr Empfinden wissen wollt, fragt nicht Menschen, sondern fragt die Tiere selbst. Dazu ist es nicht notwendig, ihre Sprache zu sprechen. Es genügt, sie zu beobachten. Geh raus in die Natur, um mehr über die Tiere zu lernen, sie kennenzulernen. Vielleicht wirst du Kühe sehen und zum ersten Mal verwundert feststellen, dass sie eigentlich stolze Hörner tragen und gerne wie Pferde ausgelassen auf der Wiese herumtollen. Dann wirst du verstehen, dass eine artgerechte Haltung nichts damit zu tun hat, wie viele Zentimeter man ihnen als Lebensraum zugesteht.

Wenn du einem Tier ganz bewusst in die Augen siehst und dieser tiefe Blickkontakt für eine Weile bestehen bleibt, wird sich deine Beziehung zu Tieren von Grund auf ändern. Du wirst in den Augen ein Wesen erkennen, dessen Wert sich nicht daran bemessen lässt, welchen Nutzen es hat oder wie intelligent es ist. Intelligenz, so wie ihr sie definiert, hat im kosmischen Sinne keinerlei Bedeutung. Sie entspringt eurem menschlichen Verstand und so ist es nicht verwunderlich, dass der Verstand es ist, der ihr einen so hohen Stellenwert beimisst. Die Intelligenz eines Organismus sagt nichts darüber aus, wie sehr er zum Gleichgewicht und Wachstum - also zum Wohle des großen Ganzen - beiträgt. Ihr Menschen bezeichnet euch als intelligenteste Lebensform auf diesem Planeten, seid aber gleichzeitig die einzige Spezies, die das Gleichgewicht des großen Ganzen massiv stört. Die Erde muss viel Kraft aufwenden, um dieses Ungleichgewicht wieder zu korrigieren. Deswegen denke darüber nach, ob wirklich die Intelligenz es sein soll, die darüber entscheidet, ob ein Leben lebenswert ist oder nicht. Den wahren Wert eines Lebewesens - ganz gleich, wie intelligent, groß oder artverwandt es ist - erkennst du im Moment des tiefen Blickkontakts. Es geschieht etwas, das mit dem Intellekt nicht zu erfassen ist. In diesem Augenblick weicht der Verstand dem Verständnis. Du verstehst, dass das Wesen, das dir gegenübersteht, einfach da ist, und dass dieses Dasein Rechtfertigung genug ist, um sein zu dürfen. Wenn du das verstanden hast, spielen sämtliche Argumente, die für das Benutzen dieses Tieres zu einem bestimmten Zweck sprechen, keine Rolle mehr.

Es gab Zeiten in der Menschheitsgeschichte, in denen Tiere euer Überleben gesichert haben. Der Schwerpunkt eurer Entwicklung lag hier auf der Achtung und dem Mitgefühl gegenüber euren menschlichen Artgenossen. Aber nun seid ihr an einem Punkt eurer Entwicklung angelangt, an dem es gilt, ein Verbundenheitsgefühl für eure tierischen Mitgeschöpfe zu entwickeln. Diese Demonstration von Achtung und Mitgefühl ist der nächste Schritt eurer geistigen Evolution. Für diesen Lernprozess wurden euch Mittel und Wege aufgezeigt. Ihr benötigt kein Fell und Leder mehr, um euch zu bekleiden, und keine tierische Nahrung, um satt und gesund zu sein. Diese Entwicklung ist notwendig. Denn bald wird es für euch darum gehen, die Ernährung einer noch stärker wachsenden Weltbevölkerung zu sichern. Das kann nur über eine rohstoffschonendere, pflanzliche Ernährung geschehen. Es wird eine Zeit kommen, in der das angesprochene Verbundenheitsgefühl sogar die Ebene des Pflanzenreiches umfassen wird. Auch hierfür werden euch Mittel und Wege aufgezeigt werden, sobald die Zeit reif ist.

Noch rechtfertigt ihr den Verzehr von tierischer Nahrung mit der Annahme, das unbewusste Tier würde Schmerz weniger intensiv empfinden als der bewusste Mensch. Das Gegenteil ist der Fall, weil das Tier Schmerz nicht in einem bestimmten Kontext begreifen kann. Dadurch fehlt ihm das Wissen, dass der Schmerz nur von begrenzter Dauer sein wird. Der Mensch hingegen weiß, dass seine Identität über den gegenwärtigen Schmerz hinausgeht. Er kennt in der Regel die Ursache des Schmerzes und kann neben dem Gefühl von Schmerz Hoffnung und Trost erfahren. Er hat Schmerzen, während das Tier Schmerz ist. Der Mensch hat Todesangst, das Tier ist Todesangst. Die uneingeschränkte Identifikation mit einem bestimmten Gefühl durchdringt jede Zelle des tierischen Körpers. Diese Energie überträgt sich letztendlich auf den Menschen, der das Fleisch dieses Tieres verzehrt. Es ist deine freie Entscheidung, dein Leben zu einer Demonstration von konstruktiven Eigenschaften wie Achtung und Mitgefühl zu machen, oder über deine Nahrung destruktive Aspekte wie Schmerz und Todesangst in dich aufzunehmen. Und es ist deine freie Entscheidung, wann du diese Wahl triffst – vielleicht in einem Jahr, vielleicht in einem Monat... vielleicht heute? Aber setze dich nicht unter Druck. Du wirst noch oft die Gelegenheit haben, dich zu entscheiden, denn das Heute ist dein ständiger Begleiter. 

 

Zum nächsten Kapitel ->