Wir verwenden Cookies, um Ihr Shoppingerlebnis zu verbessern. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, akzeptieren Sie die Cookie-Policy. (Datenschutz)

OK
Wenn der Wald spricht 1 - Kapitel 07

Zurück zur Übersicht

 

Wenn der Wald spricht... 1

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2011)


Hörbuch 2011. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

7. Kapitel: Urteilen

Wir kennen viele Menschen, die in der Natur Erholung suchen, weil sie mit sich und ihrem Leben nicht zufrieden sind. Sie spüren unbewusst unsere Anwesenheit, wissen aber gleichzeitig, dass wir an sie keine Erwartungen stellen und sie nicht bewerten. Wir verurteilen sie nicht für ihre Fehler und Schwächen. Und so schützen sie sich in der Natur vor der Welt, in der sie leben und von der sie sich nicht verstanden fühlen. Lass die Welt so sein, wie sie ist. Selbst gedanklicher Widerstand gegen etwas, das dir widerstrebt, raubt dir Kraft. Es gibt keinen Grund, gegen etwas anzukämpfen, das du nicht als Teil von dir oder deinem Leben haben willst. Denn du hast einen freien Willen und kannst dir in langsamen Schritten deine eigene Welt, deine eigene Wirklichkeit erschaffen. Ärgere dich also nicht über Menschen, die dir ganz offensichtlich nicht gut tun, und verurteile sie nicht. Schenke ihnen stattdessen einfach keine Beachtung und löse dich von ihnen. Sie müssen und dürfen sich ihre eigene Wirklichkeit erschaffen und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Nur so können sie sich entfalten und wachsen. Andere Menschen haben nur so viel Macht über dich, wie du ihnen gibst. Und du gibst ihnen viel Macht, wenn du dich über ihre Auffassung von einem richtigen Leben ärgerst. Suche stattdessen lieber die Gesellschaft von Menschen, die dir gut tun.

Vielleicht hast du Angst, dich von Menschen zu lösen, die keinen Platz mehr in der von dir angestrebten Wirklichkeit haben. Diese Angst ist unbegründet, weil neue Menschen in dein Leben treten werden. Es gibt so viele Wesen, die sich eine ähnliche Wirklichkeit wie die deinige erschaffen wollen. Aus Menschen wie diesen sollte dein Umfeld bestehen. Denn nur sie sind in der Lage, dich bei der Erschaffung deiner eigenen Wirklichkeit zu unterstützen. Die Gedanken anderer Menschen haben auf dich einen enormen Einfluss - im Guten wie im Schlechten. Gegensätzliche Ansichten entmutigen und frustrieren. Gleiche Ansichten ermutigen und inspirieren. Wenn du dir also bewusst das richtige Umfeld suchst, wird es dir in langsamen Schritten gelingen, dir eine persönliche Wirklichkeit zu erschaffen, wie du sie haben willst. Verlange nicht von anderen, dass sie sich ändern. Es liegt an dir, eine Veränderung herbeizuführen. Dann wird es weniger Menschen und Dinge geben, die dich ärgern. 

Dennoch wirst du sicher hin und wieder eine Erfahrung machen, die nicht der Vorstellung deiner Wirklichkeit entspricht. Du musst mit dieser Erfahrung nicht einverstanden sein, kannst sie aber dennoch nutzen. Sieh sie als Demonstration dessen, was du für deine eigene Wirklichkeit nicht willst. Dadurch wirst du dir noch mehr im Klaren darüber, was du willst. Jeder Mensch, der in dein Leben tritt, ist dein Lehrer. Mit dem, was dir an ihm oder seiner Wirklichkeit missfällt, lehrt er dich, was du nicht verkörpern willst, aber möglicherweise noch ein Teil von dir ist. Du wirst dann über kurz oder lang so handeln, dass dieser negative Aspekt aus deinem Leben verschwindet. Und wenn andere sehen, dass du in dieser Wirklichkeit glücklicher bist, werden auch sie versuchen, sich eine Wirklichkeit ohne diesen Aspekt zu erschaffen. Und irgendwann wird er gänzlich aus der Welt verschwunden sein. Du hast also einen positiven Einfluss auf deine Mitmenschen, wenn du ihnen deine Ideale vorlebst – ohne sie verurteilen oder krampfhaft ändern zu müssen.

Stell dir vor, die Welt bestünde aus unzähligen Gärten. Du liebst deinen Garten, denn in ihm wachsen die größten Apfelbäume weit und breit. Kein Wunder, schließlich schenkst du ihnen viel Aufmerksamkeit. Aber immer, wenn du über den Zaun in den Garten deines Nachbarn schaust, bietet sich dir ein trostloser Anblick: Die Wiese ist übersät mit verwelkten Blumen, weil er sie nur selten gießt. Du kannst dich darüber ärgern und mit dem Nachbarn ein Machtwort reden. Aber wenn er bisher keine Lust hatte, seine Blumen zu gießen, wird er es wohl auch in Zukunft nicht tun, nur weil du es willst. Sieh dich stattdessen aufmerksam in deinem eigenen Garten um. Vielleicht wirst du dann feststellen, dass du bei aller Liebe zu deinen Apfelbäumen übersehen hast, dass auch auf deiner Wiese einige verwelkte Blumen ein trauriges Dasein fristen. Kümmere dich um diese Blumen, damit sie herrliche Blüten tragen und deinen Garten noch schöner machen. Dann wird vielleicht auch dein Nachbar das Potenzial seines Gartens erkennen, das ihm zuvor nie aufgezeigt wurde. So kann sich im Laufe der Zeit jeder einzelne Garten verändern und damit die ganze Welt.

Wie diese Geschichte gezeigt hat, schlummert das, was du in anderen Menschen verurteilst, häufig in dir selbst, aber du kannst es nicht als deinen eigenen Schatten erkennen. Deswegen versuchst du, es bei deinen Mitmenschen zu bekämpfen. Ärgere dich also nicht über sie, sondern glaube an das Gute in ihnen und lebe es ihnen vor. Damit schenkst du ihnen Zuversicht und rufst automatisch positive Wesenszüge in ihnen wach.

 

Zum nächsten Kapitel ->