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Wenn der Wald spricht 1 - Kapitel 05

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Wenn der Wald spricht... 1

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2011)


Hörbuch 2011. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

5. Kapitel: Einflüsse auf das Denken

Das wäre aber von großer Wichtigkeit. Denn das Informationszeitalter bringt es mit sich, dass ihr einer unkontrollierbaren Menge an Gedanken ausgesetzt seid. Eine wahre Flut an Informationen und Eindrücken wirkt permanent ungefiltert auf euch ein. Leider handelt es sich dabei selten um kräftigende und erhebende Gedanken. Eure Medienwelt hat sich auf die Darstellung von Zerstörung anstatt Wachstum, die Äußerung von Kritik anstatt Verständnis und die Schilderung des Unwesentlichen anstatt des Wesentlichen verlegt. Wenn du nicht bewusst für dich entscheidest, welche Gedanken der Vision deiner selbst am meisten entsprechen, wird dein Denken durch das geprägt, was du vorgesetzt bekommst. In der Regel handelt es sich dabei um Gedanken, die den Prinzipien einer konstruktiven Entfaltung entgegengesetzt sind. Dein Unterbewusstsein registriert all diese destruktiven Informationen – ganz gleich, ob du sie als unwichtig erachtest oder nicht. Sie beeinflussen dich ebenso unbewusst, wie du sie aufgenommen hast. Deswegen fällt es dir auch so schwer, diese Beeinflussung zu bemerken. Nicht ohne Grund werden Unsummen investiert, um Produkte über die Medien an den Mann zu bringen. Niemand will Werbung sehen und dennoch zeigt sie augenscheinlich Wirkung. Wenn du dich unbewusst diesem Informationsfluss aussetzt, verlierst du dich im Unwesentlichen und vergisst dein eigenes Wesen. Du wünschst dir Wachstum, aber beschäftigst dich mit Zerstörung. Du willst Reichtum und Fülle spüren, aber lässt dir unentwegt einreden, dass du Dinge nicht hast, die unverzichtbar sind. Du willst inneren Frieden spüren, aber suchst deine Zufriedenheit in der Berieselung mit Gewalt. Du willst dich selbst so annehmen, wie du bist, und auch von anderen akzeptiert werden, aber labst dich an der Kritik und dem Klatsch der Unterhaltungswelt. Du erhoffst dir von deinem Umfeld Mitgefühl, aber stumpfst selbst auf Grund der dauerhaften Auseinandersetzung mit Leid ab. Wer sich unterhalten lässt, lässt sich unten halten, anstatt über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. So kannst du nicht selbstbewusst und selbstbestimmt Visionen zur Gestaltung deines eigenen Lebens entwickeln.

Mach dir das Leben nicht schwerer, als es ist, indem du deinen Fokus ständig auf die Schilderung negativer Seinsaspekte legst. Meistens betreffen sie nicht einmal dein eigenes Leben. Es ist für deine Wirklichkeit unerheblich, was sich in der Wirklichkeit anderer Menschen am anderen Ende der Welt ereignet. Finde selbst heraus, was für dich wichtig ist. Beschäftige dich mit Themen, die deiner eigenen Denkweise und Sicht der Dinge dienlich sind. Die heutige Zeit erlaubt dir einen weltweiten Zugriff auf Informationen zu jedem beliebigen Thema. Du hast die Freiheit, dich ganz bewusst für die Informationen zu entscheiden, die du auf dich wirken lassen willst. Nutze diese Freiheit.

Gestehe dir außerdem regelmäßig Zeit zu, um den vielseitigen Informationsfluss zu verarbeiten. Begib dich dafür in die Stille und verschließe deine Sinne vor den äußeren Reizen. Die Stille hilft dir dabei herauszufinden, welche aufgenommenen Informationen der Vision deiner selbst dienlich und welche ihr hinderlich sind. Dies wirkt der Zerstreuung entgegen und geschieht ganz von selbst. Aber dazu muss der Raum der Stille erst geschaffen werden. Es muss nicht reine Stille sein – Hauptsache, der Informationsfluss wird unterbrochen. Gib dich einfach für eine gewisse Zeit dem Nichtstun hin. Lausche dem Knarzen unserer Äste oder dem Singen der Vögel. Setz dich in die Sonne und genieße die frische Sommerluft. Vermutlich wirst du schon nach kurzer Zeit unruhig werden, weil dich dein Verstand dazu antreibt, irgendetwas zu tun. Er will dir einreden, dass Nichtstun vergeudete Zeit ist und du etwas verpassen könntest. Vielleicht wird er dir laute Gedanken schicken, dich mit deinen Sorgen, Ängsten und Schuldgefühlen konfrontieren. Er will dich dazu bringen, irgendetwas zu tun - Hauptsache, du sitzt nicht tatenlos herum. Das sind die schwachen Momente, die dich dazu verleiten, die Informationsberieselung schon nach kurzer Zeit fortzusetzen, um deinen Gedankenlärm zu betäuben.

Stell dir vor, du willst über eine wacklige Hängebrücke gehen, um auf die andere Seite einer Schlucht zu gelangen. Der Verstand ruft dir unentwegt zu, dass du zurückkommen sollst. Je weiter du gehst, desto unsicherer wirst du und die Hängebrücke wackelt immer mehr. Der Verstand ruft umso lauter, je weiter du dich von ihm entfernst. Irgendwann überwiegt die Unsicherheit und du gehst doch wieder zurück zur Seite, wo du hergekommen bist. Aber beim nächsten Mal wirst du vielleicht schon ein Stückchen weiter gehen und irgendwann erreichst du die andere Seite. Dann bist du in der Stille. Du kannst dich voll und ganz auf sie einlassen, ohne den Verstand zu hören und dich unsicher zu fühlen. Nur so kann dir die Stille dabei helfen, unwichtige Informationen auszusortieren.

Bedenke also, dass nicht die Quantität der Informationen dich bereichert, sondern die Qualität und bewusste Selektion. Nutze die technischen Errungenschaften dieser Zeit, um dein Sein ganz bewusst zu bereichern und lasse deine Mitmenschen an deinen gewonnenen Erkenntnissen teilhaben. Ihr habt heute die Möglichkeit, euer Gedankengut der ganzen Welt zugänglich zu machen und damit das Zeitgeschehen zu prägen. Jeder einzelne von euch auf seine ganz persönliche Weise.

 

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