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Wenn der Wald spricht 2 - Kapitel 15

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Wenn der Wald spricht... 2

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2013)


Hörbuch 2013. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

15. Kapitel: Arbeit

Euer technischer Fortschritt hat es euch bisher nicht ermöglicht, ein Leben in mehr Freiheit, Frieden und Freude als früher zu führen. Wer keine Arbeit hat, hat kein Geld, um sich zu entfalten. Und wer Arbeit hat, wird so von seiner Tätigkeit in Anspruch genommen, dass er keine Kraft und keine Zeit hat, um sich zu entfalten. Ein Gleichgewicht lässt sich nur herstellen, wenn alle bereit sind, weniger zu arbeiten, um so dem Gerangel um den Kuchen Einhalt zu gebieten.

Eure Welt ist im Wandel begriffen und vollzieht eine Entwicklung vom Industrie- zum Informationszeitalter. Im Außen habt ihr vieles ausgereizt und euch eine Situation geschaffen, in der ihr nicht mehr ums nackte Überleben kämpfen müsst. Ihr habt den Höhepunkt der Identifikation mit materiellen Gütern erreicht und werdet in Zukunft dem Austausch und der Verarbeitung von Informationen und anderem Gedankengut einen höheren Stellenwert beimessen. Nur so kann euer Inneres mit dem Fortschritt der letzten Jahrhunderte im Außen gleichziehen. Technisch habt ihr hierfür mit eurer Vernetzung bereits die Voraussetzungen geschaffen. Aber um nach Innen zu gehen, braucht ihr vor allem Zeit, da man inneren Wachstum nicht einfach kaufen kann. Er muss mühsam erarbeitet werden. Ich habe bewusst dieses Wort gewählt. Viele Menschen denken, dass Entfaltung und persönliche Entwicklung mit dem Eintritt ins Berufsleben abgeschlossen sind. Danach sind diese Themen wenn überhaupt lediglich unterhaltsames Beiwerk der Freizeitgestaltung. Eine Erweiterung des Horizonts zur vollen Ausschöpfung des Potenzials für sich und die Welt ist Arbeit. Sich seelisch und körperlich ins Gleichgewicht zu bringen und im Gleichgewicht zu halten ist Arbeit. Kreative Betätigung zur Freude aller ist Arbeit. Das Schaffen von Frieden auf allen Ebenen ist Arbeit. Das Entwerfen alternativer Lebenskonzepte und Strukturen ist Arbeit. Das ist Arbeit, die für euch von Bedeutung wäre – und nicht nur die Herstellung immer mehr Produkte zum Wohle des Wirtschaftswachstums und zum Leidwesen eurer Umwelt.

Viele Menschen beschäftigen sich noch zu wenig mit diesen Themen, weil sie einen klaren Trennstrich zwischen Arbeit und Freizeit ziehen. Arbeit ist das, was anstrengt und Geld einbringt, und Freizeit das, was Freude bereitet und Geld kostet. Versucht, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ihr alle weniger arbeiten müsst, ohne dabei Schuld, Versagen und materielle Ängste zu verspüren. Dann werdet ihr beginnen, in der neu hinzugewonnenen freien Zeit im eben angesprochenen Sinne zu arbeiten. Niemand wird auf Dauer nichts tun. Denn wenn der Himmel einen Menschen erschaffen hat, muss es für ihn auch eine Aufgabe geben. Ihr werdet immer weniger Zeit für die Herstellung von materiellen Gütern aufwenden, aber immer mehr Zeit, um euch seelisch weiterzuentwickeln und auch eure Mitmenschen dabei zu unterstützen. Beides ist gleich wichtig: die materielle Aufrechterhaltung der Welt im Außen wie bisher und die geistige Weiterentwicklung im Innen. Daher sollte auch beides gleichermaßen bezahlt werden.

Nur wie bemisst man den Wert geistiger Arbeit? Sie entsteht aus dem Nichts und entfaltet bei jedem Menschen eine andere Wirkung. Den Wert des erhaltenen Gedankenguts kann daher nur der einschätzen, der es erhält. Und wie bemisst man den Wert herkömmlicher Arbeit? Eine Putzfrau leistet energetisch nicht weniger oder mehr als ein Kaufmann, Seelsorger oder Künstler. Die Putzfrau gibt die Kraft ihres Körpers, der Kaufmann die Kraft seines Verstandes, der Künstler die Kraft seines Geistes und der Seelsorger die Kraft seiner Seele. Die Tatsache, dass der Kraft des Verstandes der höchste Wert beigemessen wird, liegt darin begründet, dass es sich um eine Kraft handelt, mit der oftmals nicht unmittelbar erschaffen wird. Die Kräfte des Körpers, des Geistes und der Seele wirken direkt – bei körperlicher Arbeit von Mensch zu Materie, bei geistiger Arbeit von Mensch zu Bewusstsein und bei seelischer Arbeit von Mensch zu Gefühl. Die Kraft des Verstandes hingegen wirkt indirekt lenkend innerhalb einer bestimmten Struktur und macht sich häufig die Kräfte anderer Menschen zunutze. Somit kann der Lenker des Verstandes mehr bekommen, als er selbst an Kraft aufwendet. Und aus diesem Grund herrscht das extreme Ungleichgewicht im Verdienst, obwohl die meisten Menschen der Gesellschaft nicht mehr oder weniger dienen als andere. Arbeitet also weniger im herkömmlichen Sinne und schafft gleichzeitig ein Bewusstsein für eine gerechtere Bezahlung. Vor allem die geistige und seelische Arbeit wird immer mehr an Bedeutung gewinnen, weil es in Zukunft nicht mehr so wichtig sein wird, materielle Dinge herzustellen. Beispielsweise werden mehr Menschen gebraucht, die sich um eure immer älter werdenden Mitmenschen kümmern. Auch werden immer mehr Menschen bestrebt sein, geistig zu arbeiten und ihr Innenleben mehr zu erforschen. Viele werden in diesem Zuge wertvolles Gedankengut erschaffen und andere daran teilhaben lassen. Dies werden keine Dinge sein, die zum physischen Überleben notwendig sind. Ein Schreiber aus euren Landen analysierte die Gesellschaft und stellte fest: "Wir arbeiten um der Arbeit willen, weil uns das Talent zum Glück fehlt." Lernt, geistige und seelische Arbeit mehr zu schätzen und wertzuschätzen, denn dies ist Arbeit für euer Glück – und das eurer Mitmenschen.

 

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