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Wenn der Wald spricht 2 - Kapitel 13

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Wenn der Wald spricht... 2

von Stefan Hertrich (Hörbuch 2013)


Hörbuch 2013. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

13. Kapitel: Globale Veränderung

Wie kann sich dieser Bewusstseinswandel vollziehen? Verhaltet euch so, wie ihr es auch von den Entscheidungsträgern eures Landes erwartet – von den Menschen, die an den längsten Hebeln eures Systems sitzen. Viele beklagen deren Gier, aber versuchen selbst, so viel wie möglich vom Kuchen abzubekommen. Sie legen in der Arbeit ihre Moralvorstellungen beiseite, da sie denken, Arbeit sei Arbeit und habe nichts mit ihrer Persönlichkeit zu tun. Sie bringen ihr Geld zur Bank und wollen dafür Zinsen, egal, mit welchen Methoden diese erwirtschaftet werden. Sie nehmen das Gesundheitssystem so viel wie möglich in Anspruch, anstatt ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Viele von euch wissen um die kosmischen Gesetze, und dennoch halten sie sich nicht daran. Wie im Großen, so im Kleinen – wie oben, so unten. Viele Menschen sind ehrgeizig, konfliktfreudig und auf ihren Vorteil bedacht. Also wählen sie unbewusst Repräsentanten, die ebenfalls ehrgeizig, konfliktfreudig und auf ihren Vorteil bedacht sind. Wie wollt ihr so eine Welt erschaffen, die nicht voller Ehrgeiz, Konflikten und Vorteilnahme ist? Ihr bezahlt eure Politiker größtenteils dafür, dass sie streiten, und nicht dafür, dass sie Lösungen in die Wege leiten. Sie haben keinen klaren Blick für die Welt, weil sie selbst in einer Scheinrealität aus Geltungsbedürfnis und Machtspielen leben. Jeder kämpft gegen jeden – innerparteilich wie auch gegen andere Parteien. Der einzelne kann hier nichts ausrichten. Folglich besteht das politische Handeln der Entscheidungsträger bestenfalls aus Kompromissen, aus dem kleinsten gemeinsamen Nenner, damit jede Seite vor der Öffentlichkeit ihr Gesicht wahren kann. All dies kostet viel Kraft und bringt fast nichts in Bewegung. Verlasst euch daher nicht auf die Impulse der Politik. Jeder einzelne von euch sollte die Ärmel hochkrempeln und versuchen, seine Vision von einer funktionierenden Welt im Rahmen seiner Möglichkeiten umzusetzen. Nur so lässt sich eure Welt verändern.

Egal, wie idealistisch ein System ist: Solange die Menschen im System es nicht sind, wird es nicht funktionieren. Ihr habt Systeme gewaltsam mit Revolutionen gestürzt und tut es immer noch, nur um das Alte durch etwas Neues, scheinbar Edleres zu ersetzen. Aber ihr vergesst dabei, euch selbst zu veredeln. Ganze Reiche habt ihr mit hehren Zielen emporsteigen lassen, und doch ist jedes von ihnen irgendwann zugrunde gegangen. Ein Reich im Außen macht noch lange kein Reich im Innen. Verändere dich selbst und dann verändere die Welt.

Verbringe auf deinem Weg der Bewusstwerdung immer wieder Zeit in der Natur und nimm bewusst wahr, wie du dort vorübergehend das Korsett all deiner Abhängigkeiten ablegst. Du tauchst ein in ein natürliches System, in dem jede Pflanze und jedes Tier seinen Platz hat und in dem alles von sich aus geschieht, ohne sich zu erschöpfen. Du gewinnst mental Abstand von all den unnatürlichen Maschinerien, die wie selbstverständlich dein Leben bestimmen. So kannst du sie in dieser Zeit wie ein unbeteiligter Beobachter sinnvoll einordnen. Wann konntest du in deiner abgeschotteten Welt das letzte Mal Tieren lauschen? Höre ihnen zu und sie werden Wesenszüge in dir wachrufen, die du selbst kaum noch an dir wahrnimmst. Die Kraft des Hirsches, die Emsigkeit der Bienen, die Geselligkeit der Schafe, die Beharrlichkeit des Spechts, die Freiheit des Falken. Wie sagte ein berühmter Maler einst treffend: „Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen“. So erlangst du innere Stärke und lernst, die Maschinerien deiner Zeit immer mehr zu nutzen, anstatt dich ihnen zu ergeben. Es gibt keinen Grund, sie gänzlich abzulehnen oder zu zerstören, solange dir ihre geordneten Strukturen Stabilität garantieren und du dich in deiner Entfaltungsfreiheit nicht eingeschränkt fühlst. Es bieten sich dir unzählige Möglichkeiten, die Strukturen eurer Zeit sowohl von außen als auch von innen heraus zu ändern.

Alle Menschen werden dafür gebraucht – egal, wie sehr sie noch mit dem System verwachsen sind. Es kommt lediglich darauf an, was jeder einzelne aus seiner Situation macht. Aus derselben Blüte zieht die Wespe ihr Gift und die Biene ihren Honig. Niemand muss sich gegen seinen Willen aus der Gesellschaft zurückziehen. Niemand verlangt von dir, dass du alles hinschmeißt. Aber wenn du bereits vieles verloren hast, könnte es sich dabei um eine Einladung handeln, dich in eine andere Richtung zu bewegen. Tu, was für dich stimmig ist, und es wird das sein, was du zur Zukunft der Menschheit beiträgst – vielleicht eine Zeit der Freiheit, des Friedens, der Freude und der Selbstverwirklichung für alle. Du kannst dich also weiterhin im System bewegen und entscheiden, welche Teile davon du mit Energie versorgst. Du allein bestimmst, welche Dinge du kaufst, wem du deine Stimme gibst und welcher beruflichen Tätigkeit du nachgehst.

Aber du hast auch die Möglichkeit, dich an Alternativen außerhalb des Systems zu beteiligen. Egal, wie sehr sich eure Maschinerien in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten bewährt haben, egal wie sehr ihr euch an sie gewöhnt habt und egal, wie sehr ihr an ihnen festhaltet: Nichts ist alternativlos. Der Klerus hielt den Glauben für alternativlos und kämpfte gegen die Ungläubigen. Die Südstaaten hielten die Sklaverei für alternativlos und zogen in den Krieg. Die Politiker hielten den Ost-West-Konflikt für alternativlos und errichteten den Eisernen Vorhang. Und was hat euch die Geschichte gelehrt? Einen Feind hat es nie gegeben. Er existierte lediglich in euren Köpfen – als Etikett, mit dem ihr eure Mitmenschen versehen habt.

Seid also offen für Alternativen, die euch ein Leben außerhalb eurer herkömmlichen Strukturen ermöglichen könnten – zumindest den Individuen, die dies wünschen. Unterstützt Menschen, die beschließen, ihren eigenen Weg zu gehen, indem sie etwa mit Gleichgesinnten Gemeinschaften bilden und sich im Einklang mit der Natur selbst versorgen. Fordert diese Unterstützung auch von euren politischen Entscheidungsträgern ein, indem ihr beispielsweise um Grund und Boden bittet. Euer System ist schon lange nicht mehr in der Lage, euch ohne Importe zu ernähren. Neuartige Gemeinschaften könnten jedoch die regionale Landwirtschaft und auch das Handwerk wieder stärken. So würdet ihr euch wieder mehr mit der Natur beschäftigen und lernen, effektiver und gleichzeitig schonender mit ihr zusammenarbeiten. Auf diese Weise würdet ihr in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit sinnvolle Tätigkeitsfelder erschließen und nachhaltig unabhängige Strukturen schaffen, die es später auch anderen ermöglichen, diesen Schritt zu wagen. Euch sollte sehr daran gelegen sein, so Teile der Gesellschaft zu einer selbstermächtigten Lebensweise zu führen. Es gibt ohnehin immer mehr Menschen, die die herkömmlichen Strukturen nicht mehr mit Treibstoff versorgen können. Sie haben ihre Arbeit verloren oder sind aus anderen Gründen auf Hilfe angewiesen. Sie nähren das System nicht mehr, sondern belasten es. Vor allem in den Städten wird die Zahl derer zunehmen, die keinen Halt und keine Perspektive haben. Noch sind die Städte wirtschaftliche Zentren und der wichtigste Stabilitätsfaktor eures Landes. Aber wie lange kann diese Stabilität noch aufrechterhalten werden? Die sozialen Strukturen bröckeln und unterschiedliche Welten prallen immer mehr aufeinander. Sorgt dafür, dass der ländliche Raum festere Strukturen bekommt, um eines Tages eine mögliche Instabilität der Städte auszugleichen. Noch wachsen eure Ballungszentren immer mehr an und ehemals genutzte Landstriche veröden. Immer noch erstickt ihr den Boden nahe eurer Metropolen mit neuen Straßen und Häusern. Auf der anderen Seite gibt es viele Landstriche, die kaum mehr besiedelt sind. Diese Regionen sind für eure herkömmlichen Strukturen uninteressant, da es dort für die Menschen nichts zu tun gibt. Sie könnten euch allerdings im wahrsten Sinne des Wortes als Nährboden für alternative Lebensmodelle dienen. Dabei würde es auf lange Sicht nicht darum gehen, dass sich Herkömmliches und Neues voneinander abgrenzen, sondern dass beide Seiten voneinander profitieren. Die Menschen der neuen Strukturen würden als experimentierfreudige Vorreiter Konzepte für ein freieres, bewussteres Leben im Einklang mit der Natur und sich selbst erarbeiten. Sie würden sich und andere mit gesunden Lebensmitteln und anderen Erzeugnissen versorgen. Und sie könnten den Menschen in herkömmlichen Strukturen dabei helfen, ebenfalls ein selbstbestimmteres Leben zu führen. So würden diese Pioniere neue Wege der politischen Gestaltung entwickeln und ihren reichen Erfahrungsschatz weitergeben. Gleichzeitig würden sie aber auch dankbar dafür sein, weiterhin Einrichtungen der herkömmlichen Strukturen wie Krankenhäuser und Schulen nutzen zu können. So würden sich alle Menschen gegenseitig darin unterstützen, in der von ihnen selbst gewählten Umgebung ein erfüllteres Leben zu führen – sei es in den alten Strukturen, in den neuen oder irgendwo dazwischen. Dieser Zusammenhalt des Alten und Neuen ist wichtig. Schließlich kommt ein Boot nicht voran, wenn jeder auf seine Art rudert. Nirgends herrscht so viel Streit und Uneinigkeit wie zwischen idealistischen Menschen mit unterschiedlichen Visionen. Denn es sind nicht die Zweifel, die euch trennen, sondern eure Überzeugungen. Lebt eure Überzeugungen, aber erkennt auch euer gemeinsames Ziel: ein von Freiheit, Frieden, Freude und Selbstverwirklichung erfülltes Leben für alle.

 

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