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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 11

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

11. Kapitel: Der sechste Schlüssel: Wahrhaftigkeit

Das funktioniert natürlich nur, wenn du dir nichts vormachst oder einredest. Was uns zum sechsten und letzten Schlüssel bringt: Wahrhaftigkeit.

Sprechen wir zuerst darüber, warum Wahrhaftigkeit für den ersten Schlüssel „Freude“ wichtig ist. Die Freude kann nur das Tor zu deiner Seele öffnen, wenn es wahrhaftige Freude ist, die dich wirklich berührt. Nett zu sein oder den Leuten auf der Straße eine gute Laune vorzugaukeln, ist keine wahrhaftige Freude. Ebenso wenig ein flippiges oder „lichtvolles“ Image, um etwas im Außen darzustellen, was man im Innen gar nicht verkörpert. Wahrhaftige Freude ist eine energetische Regung in deinem Bauch, in deiner Brust oder sogar im ganzen Körper, die nichts mit Außendarstellung zu tun hat. Diese Freude kann selbst durch kleine, unspektakuläre Dinge hervorgerufen werden. Nehmen wir an, du arbeitest gerade und denkst kurz an den bevorstehenden Abend, an dem du etwas Tolles vorhast. Der kleine Schub, den du dadurch erhältst und der deinen Körper kurz belebt, ist wahrhaftige Freude. Er entkrampft dich und die Arbeit geht dir leichter von der Hand. Warum? Weil du für kurze Zeit auf gleicher Wellenlänge mit deiner Seele warst und sich dadurch das Tor geöffnet hat.

Auch solltest du stets auf deine Beweggründe achten. Strebst du etwas an, weil du wahrhaftige Freude empfinden willst oder weil du das Gefühl der Unvollkommenheit und Bedürftigkeit loswerden willst? Du kannst einen gewöhnlichen Lederfußball kaufen, um dann beim Spielen Freude zu empfinden. Du kannst aber auch einen vergoldeten Fußball für die Vitrine kaufen, um zu zeigen, wie wohlhabend du bist. Ersteres würde dir wahrhaftige Freude bereiten. Zweiteres hingegen würde durch die Anerkennung lediglich für eine Weile dein Gefühl der Unvollkommenheit und Bedürftigkeit beseitigen. Und das zeitweise Stopfen dieser Löcher verwechselst du dann mit Freude. Ein weiteres gutes Beispiel ist Mode. Ganz gleich, wie viele Kleider oder Schuhe du kaufst, ganz gleich, wie sehr du im Trend liegst: Du wirst dich dadurch nicht vollkommen oder weniger bedürftig fühlen. Das Einzige, was Schuhe und Kleider zu deiner Vollkommenheit beitragen können, ist, dass du nicht frierst ... und das war’s dann auch schon. Natürlich bedeutet das nicht, dass du in einem Kartoffelsack herumlaufen sollst. Es spricht nichts dagegen, schön sein zu wollen, und es spricht auch nichts dagegen, dabei Freude zu empfinden. Aber genau das ist der Punkt: Kaufst du die Sachen, weil du Freude empfinden willst, oder weil du das Gefühl der Unvollkommenheit und Bedürftigkeit loswerden willst? Und nimmst du für Letzteres vielleicht sogar Leid – das Gegenteil von Freude – in Kauf? Zum Beispiel, indem du völlig unbequeme Schuhe trägst oder bei Kälte halbnackt durch die Gegend läufst, nur um begehrter zu sein?
Frage dich also: Wann spüre ich wahrhaftige Freude und wie kann ich dieses Gefühl öfter bekommen?

Sehen wir uns als Nächstes an, welche Rolle Wahrhaftigkeit für den zweiten Schlüssel „Liebe“ spielt. Liebe ist nur wahrhaftig, wenn sie wirklich aus dem Herzen kommt. Woher sie sonst kommen könnte? Aus dem Kopf. Wenn du dich unvollkommen und bedürftig fühlst, wenn du denkst, einen bestimmten Menschen zu brauchen, konstruierst du diese Liebe im Kopf. Beim Kennenlernen bist du hin und weg, aber nach einigen Monaten der Intimität verschwindet das Gefühl der Liebe. Warum? Weil du verstehst, dass es nur eine Gedankenillusion war. Und nun fühlst du dich mit dieser Person genauso unvollkommen wie zuvor. Wie kam es dazu? Du hast diesen Menschen kennengelernt und dich hingezogen gefühlt. Vermutlich, weil er eine idealistische Rolle gespielt hat. Du hast ihm diese Rolle abgenommen und vielleicht sogar selbst noch einige idealistische Dinge zu seiner Rolle hinzugedichtet. Und dann dachtest du, dieser Mensch kann dir geben, was du brauchst, um dich endlich vollkommen zu fühlen. Und auch du wolltest, dass sich dieser Mensch zu dir hingezogen fühlt. Also hast auch du eine idealistische Rolle gespielt. Ihr habt beide eine Illusion geschaffen und seid euch dann gegenseitig in die Falle getappt. Dann seid ihr euch nähergekommen und von Zeit zu Zeit ist diese Illusion immer mehr zerbröckelt. Männer blicken zum Beispiel hinter das gekünstelte Aussehen und Charisma von Frauen, und Frauen verstehen, dass Männer nicht so fürsorglich sind, wie sie erst vorgaben zu sein. Dann ist die Illusion weg und das Gefühl der Liebe ebenso. Denn beides wurde im Kopf erzeugt, nicht im Herzen. Wahrhaftige Liebe ist nur möglich, wenn du die Liebe zu deinem Partner, aber auch zu anderen Mitmenschen, nicht als Handel ansiehst – um etwas zu bekommen, was du denkst zu brauchen, damit du endlich vollkommen bist.

Wenn du jedoch als Mensch, der seine Vollkommenheit erkannt hat, wahrhaftig liebst, kann diese Liebe im Leben für viel Rückenwind sorgen. Denn dann gibt sie dir alle Schlüssel, um das Tor zu deiner Seele zu öffnen. Freude, weil du dich mit deinem Partner verstehst und unbekümmert Spaß haben kannst. Liebe, weil ihr bedingungslose, wahrhaftige Zuneigung zelebriert. Vertrauen, weil ihr euch jenseits irgendwelcher Illusionen liebt. Erkenntnis, weil ihr offen und ehrlich zueinander sein könnt. Dankbarkeit, weil ihr diese wunderbare Zweisamkeit leben dürft. Und Wahrhaftigkeit, weil sich niemand verstellen muss, um Erwartungen zu erfüllen oder eine Illusion aufrecht zu erhalten.

Lass mich nun erklären, warum Wahrhaftigkeit für den dritten Schlüssel „Vertrauen“ wichtig ist. Vertrauen ist nur wahrhaftiges Vertrauen, wenn du es dir nicht einredest – und wenn du nicht blind vertraust. Dazu musst du erkennen, dass die Sache oder Person, der du vertraust, auch wirklich vertrauenswürdig ist. Wahrhaftig vertrauen hat also etwas mit Erkennen, mit dem vierten Schlüssel „Erkenntnis“, zu tun.
Auf dem Weg zu wer-du-wirklich-bist gerätst du wahrscheinlich immer wieder an einen Punkt, an dem die Gesellschaft anderer Meinung ist als du. In solchen Situationen lautet die Frage: Wem schenkst du dein Vertrauen? Den Impulsen deiner Seele oder den gesellschaftlichen Konventionen? Viele Menschen, die ihre Rolle als wer-sie-sein-sollten leben, vertrauen blind den gesellschaftlichen Konventionen. Ohne zu erkennen, dass diese für sie vielleicht gar nicht funktionieren. Andere wiederum kehren diesen Konventionen den Rücken zu und vertrauen blind den Ratschlägen irgendeines Gurus. Auch, ohne zu erkennen, dass diese für sie vielleicht gar nicht funktionieren. Vertraue also niemals blind – nicht einmal deinen eigenen Gedanken. Vielleicht hast du dir einst eine spektakuläre Identität ausgemalt, nehmen wir als Beispiel wieder den Dichter am Fluss. Du schenkst dieser Vision deiner selbst blind Vertrauen, aber ignorierst, dass du dich als Dichter überhaupt nicht gut fühlst. Und du ignorierst, dass du von deiner Seele weder Kraft noch Inspiration erhältst, weil du als Dichter einfach nicht bist, wer-du-wirklich-bist. Aber du willst es dir nicht eingestehen und vertraust weiterhin blind deinem Wunschdenken.

Und vertraue auch nicht blind deinen Gefühlen. Sie könnten dich in die Irre führen, wenn du nicht erkennst, dass sie häufig von deinem Verstand erzeugt werden und nichts mit deinem Bauchgefühl zu tun haben. Nehmen wir an, du hast Angst vor einer Partnerschaft. Sobald du jemandem näherkommst, schrillen die Alarmglocken. Würdest du deine Gefühle kennen, wüsstest du, dass dieses schlechte „Bauchgefühl“ vermutlich vom Verstand erzeugt wurde. Wahrscheinlich hast du irgendwann schlechte Erfahrungen in einer Partnerschaft gemacht. Und nun will der Verstand – dein Kontrollorgan – verhindern, dass dies wieder passiert. Also sendet er Angstsignale, die sich schließlich als flaues Gefühl im Magen oder sogar als Panik äußern. Wenn du auf dieses Gefühl hörst und nicht auf den Impuls deiner Seele, dass diese zwischenmenschliche Erfahrung wichtig für dich wäre, lässt du dir vielleicht eine tolle Gelegenheit entgehen. Wenn du aber erkennst, dass diese Angst im wahrsten Sinne des Wortes ein Hirngespinst ist, kannst du versuchen, sie mit den Schlüsseln „Freude“, „Liebe“ und „Vertrauen“ aufzulösen. Ich habe das am Beispiel Flugangst erklärt. Oder du vertraust deiner Seele, dir selbst und dem Leben und gehst einfach durch diese Angst hindurch, um dich auf diese zwischenmenschliche Begegnung einzulassen.

Auch in Partnerschaften wird viel zu viel blind vertraut. Viele vertrauen ihrem Partner, ohne ihn wirklich zu kennen. Sie verlassen sich auf eine Illusion, die nicht auf wahrhaftiger Liebe basiert, weil sie noch nie tief in sein Wesen vorgedrungen sind.

Und am Wichtigsten: Wahrhaftiges Vertrauen in das Leben, denn dieses Vertrauen beseitigt deinen stärksten Seelenblocker – die Angst. Aber dazu musst du wirklich erkannt haben, dass dir selbst negative Erfahrungen dienlich sind. Ohne diese Erkenntnis wirst du deine Angst, deine Sorgen, nicht loswerden. Analysiere deine Niederlagen der Vergangenheit und erkenne, wie du von ihnen profitiert hast. Erkenne, dass du ohne sie nicht dort wärst, wo du jetzt bist. Dann kannst du dem Leben wahrhaftig vertrauen.

All diese Beispiele zeigen, wie wichtig der vierte Schlüssel „Erkenntnis“, also das Kennen und Er-Kennen, für wahrhaftiges Vertrauen ist.
Gleiches gilt auch für wahrhaftige Dankbarkeit, den fünften Schlüssel. Nur wenn du selbst in negativen Erfahrungen einen Nutzen erkennst, kannst du wahrhaftig dankbar sein.

Sei wahrhaftig und zwinge dich nie, diese Schlüssel anzuwenden, wenn du nicht wirklich einen Sinn darin erkennst. Sollte dies passieren, suche in deinem Inneren nach einer Antwort dafür, warum du einen bestimmten Schlüssel nicht anwenden kannst. Zum Beispiel, was du tun könntest, um mehr Freude zu verspüren. Oder was du tun könntest, um ohne Bedürftigkeit zu lieben.
Ich bin mir sicher, du kannst das Tor zu deiner Seele, zu wer-du-wirklich-bist, öffnen. Ganz gleich, wo du gerade stehst.

 

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