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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 10

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

10. Kapitel: Der fünfte Schlüssel: Dankbarkeit

Der fünfte Schlüssel ist Dankbarkeit. Nehmen wir an, du fühlst dich verletzt. Jemand hat dir mit seinen harschen Worten bewusst gemacht, dass du dich unvollkommen und bedürftig fühlst – also dass du einen Seelenblocker hast. Du verurteilst diesen Menschen nicht, denn du weißt nun, dass dich seine Worte nur verletzt haben, weil sie dir deine Unvollkommenheit und Bedürftigkeit aufgezeigt haben. Damit hast du schon einen großen Schritt getan. Es ist jedoch auch wichtig, dass du dich nicht selbst für diese Schwächen verurteilst. Sei also nicht nur dem Menschen dankbar, der sie dir aufgezeigt hat, sondern auch dir selbst. Dafür, dass du dir deines Gefühls der Unvollkommenheit und Bedürftigkeit gerade bewusst wirst.

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, für Schwächen dankbar zu sein. Aber es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder du hasst sie und verurteilst dich dafür, oder du liebst sie und bist dankbar dafür. Ja, du hast richtig gehört ... Ich sagte „lieben“. Du fragst dich bestimmt, warum man etwas lieben soll, das man nicht mag. Ganz einfach: Weil es ein Teil von dir ist. Und sich selbst zu lieben bedeutet, alles an sich zu lieben. Du kannst nicht sagen: „Ich liebe mich, aber meine unreine Haut, die liebe ich nicht!“ Denn wenn du deine Haut nicht liebst, liebst du dich nicht, ganz einfach. Du könntest höchstens sagen: „Ich liebe mich ohne Haut.“ Aber das wärst nicht du, und ehrlich gesagt will ich mir das jetzt auch nicht bildhaft vorstellen ... Nehmen wir mich als Beispiel. Wenn ich auf meine vergangenen Leben zurückblicke, sehe ich ziemlich viele Makel und Schwächen. Aber etwas anderes überwiegt: Und zwar, dass ich das war! Ich war es, der als diese Menschen durchs Leben gestolpert ist, und ich liebe sie alle. Schlicht und einfach, weil ich es war.

Diese Liebe ist übrigens auch möglich, wenn etwas nicht direkt Teil von dir ist. Sollte man sein Kind weniger lieben, nur weil es einen Fehler gemacht hat? Sollte man seinen Hund weniger lieben, nur weil er schmutzig ist? Sollte man sein Plüschtier weniger lieben, nur weil es nicht das größte ist? Diese negativen Aspekte wirken sich nur auf deine Gefühlslage aus, wenn du es zulässt. Aber mit einer liebenden Haltung lässt du es nicht zu. Denn was du liebst, macht aus etwas Negativem einfach etwas, das geliebt wird. Punkt. Spielt dann der Fehler, den dein Kind gemacht hat, noch eine Rolle? Spielt dann der Dreck auf dem Fell deines Hundes noch eine Rolle? Spielt dann die Größe deines Plüschtiers noch eine Rolle? Oder auf etwas Abstraktes angewendet: Spielt dann deine Schwäche noch eine Rolle? Vermutlich nicht. Daher erlaube es dir, Schwächen liebevoll anzunehmen und dankbar zu sein, wenn sie dir jemand aufzeigt. Einfach, weil sie Teil deiner gegenwärtigen Identität sind.

Die Dankbarkeit ist also ein weiteres Puzzleteil zum Verändern deiner Einstellung, um positive Gefühle zu stärken und damit gleichzeitig negative Gefühle zu schwächen. Wie auch die Freude, die Liebe, das Vertrauen und die Erkenntnis öffnet dieser Schlüssel das Tor zu wer-du-wirklich-bist. Denn eine Schwäche zu lieben und dafür dankbar zu sein, führt schlicht und einfach dazu, dass du dich gut fühlst. Und das wiederum bringt dich auf eine Wellenlänge mit deiner Seele – was effektiver ist, als sich wegen einer Schwäche schlecht zu fühlen.

Das gilt übrigens auch für andere Dinge, zum Beispiel Krankheiten. Okay, das klingt verrückt. Aber ich kann dir einen ziemlich vernünftigen Grund nennen, warum du selbst eine Krankheit lieben solltest: Weil es die einzige Möglichkeit ist, mit ihr klarzukommen. Und es ist möglich, eine Krankheit anzunehmen und zu lieben, wenn du dich dazu entscheidest. Denn nichts und niemand kann dich daran hindern, die Wahl zu treffen, dein Leben trotzdem zu genießen. Ich kenne jemanden, der im Krieg einen Arm und beide Beine verloren hat. Weißt du, was er gerade tut? Er saust übermütig eine Skipiste hinunter wie ein kleines, fröhliches Kind. Seine Behinderung hält ihn nicht davon ab, die Welt zu erkunden und zu genießen. Das Einzige, was ihn davon abhalten könnte, wäre eine negative Einstellung. Aber zum Glück ist er nicht verrückt, sondern vernünftig, und hat sich für die Freude, die Liebe, das Vertrauen, die Erkenntnis und die Dankbarkeit entschieden. Ja, eine Änderung der Einstellung kann wahre Wunder wirken, das habe ich schon oft erlebt. Auch bei mir selbst, wie du später erfahren wirst. Und auch du darfst es dir erlauben, dankbar zu sein und dein Leben als wertvoll anzusehen – auch wenn du nicht alles darin perfekt findest. Erinnere dich an den Hund, den ich gesehen habe. Er war trotz seiner Wunde an der Pfote voller unbändiger Freude, als er dem Schmetterling nachgejagt hat. Wenn du es dir nur erlaubst, freudvoll zu sein, wenn für dich alles perfekt ist, wo ist da die bedingungslose Selbstliebe? Dann knüpfst du deine Selbstliebe an Bedingungen, so wie viele auch die Liebe zu ihrem Partner an Bedingungen knüpfen.


Sei also dankbar für jeden Augenblick. Dann wirst du irgendwann verstehen, dass jeder Augenblick deines Lebens – JEDER AUGENBLICK DEINES LEBENS – ein Geschenk ist. Wenn du lange genug fragst: „Warum soll dieser verfluchte Augenblick bitte ein Geschenk für mich sein?!“, wirst du irgendwann die Antwort finden. Und nur mit solchen Antworten kannst du die meiste Zeit deines Lebens dankbar sein. Und nur wenn du dankbar bist, kannst du positive Gefühle zulassen und dich gut fühlen. Und nur wenn du dich gut fühlst, kann sich das Tor zu deiner Seele öffnen.

Selbst für die schwierigsten Momente deines Lebens gibt es Antworten, warum du dankbar sein kannst. Ein gutes Beispiel ist die Frau, die dies geschrieben hat. Sie war Lehrerin, aber hatte große Zweifel am Bildungssystem ihres Landes. Sie erkannte, dass Lehrerin zu sein unter diesen Bedingungen nicht repräsentiert, wer-sie-wirklich-ist. Aber sie hatte sich dazu verpflichtet, diesen Beruf für mehrere Jahre auszuüben. Und ihr hätte ohnehin der Mut gefehlt, einfach hinzuschmeißen. Ihr fehlte der dritte Schlüssel „Vertrauen“ und so war sie völlig in ihrer Rolle als wer-sie-sein-sollte gefangen. Sie war nicht offen für die Impulse ihrer Seele, also konnte sie von ihr nicht in ein Leben als wer-sie-wirklich-ist geführt werden. Als sie erkannte, dass sie in der aktuellen Situation feststeckt, bekam sie eine schwere Krankheit, die ihr viel Leid bescherte. Sie hasste die Krankheit und hatte Angst zu sterben. Dass sie dabei in Selbstmitleid versank, machte die Sache mental und körperlich nur noch schlimmer. Aber dann entdeckte sie zufällig den ersten Schlüssel „Freude“. In ihrem Fall war es Musik, die sie so faszinierte und ihr so viel Freude bereitete, dass ihr Selbstmitleid wie weggeblasen war. Anstatt zu jammern war sie nun freudvoll, dankbar und voller Liebe für diese Musik. Ohne es zu wissen nutzte sie den ersten, zweiten und fünften Schlüssel, um ihre Einstellung völlig zu ändern. Schließlich wurde sie wieder gesund. Und wenn sie nun zurückblickt auf diese Zeit, versteht sie, dass die Krankheit ein Geschenk war. Sie war die perfekte Lösung, um die Arbeit loszuwerden, die sie kaputtmachte – in einem Bildungssystem, das ihr nicht erlaubte zu sein, wer-sie-wirklich-ist. Dank der Krankheit musste sie den Lehrerberuf aufgeben und hatte so trotz ihrer einstigen Verpflichtung keine Konsequenzen von Seiten des Staates zu befürchten.

Und ich kenne viele weitere Menschen, die ihre schwere Krankheit als Geschenk erkennen – selbst wenn kaum Chancen auf Heilung bestehen. Sie wissen zwar, dass sie möglicherweise nicht mehr lange leben werden. Aber genau deswegen erlauben sie es sich zum ersten Mal zu tun, was sie wirklich tun wollen – zu sein, wer-sie-wirklich-sind. Sie erkennen, dass ein glückliches Leben nichts mit Quantität, sondern mit Qualität zu tun hat. Wie viele Menschen hatten ein langes Leben, aber verstehen am Ende, dass sie nie wirklich gelebt haben? Manche schwerkranke Menschen hingegen nutzen die Chance. Dank der Krankheit fühlen sie sich zum ersten Mal nicht schuldig oder unsicher, wenn sie Verrat an wer-sie-sein-sollten üben.

So wie auch der Mann, von dem ich dir jetzt erzählen möchte. Als er die Diagnose Krebs bekam, versank er nicht in Selbstmitleid, sondern verstand die Krankheit als Chance. Ja, als Chance ... Er krempelte die Ärmel hoch und beschloss, sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen. Er wollte immer Pilot werden, aber arbeitete sein Leben lang als Schweißer. Also begann er damit, allen möglichen Schrott aufzusammeln und in seiner Scheune ein Flugzeug zu bauen. Und am Ende ... flog er ... Ohne die Krankheit hätte er nicht erkannt, dass er sein Leben lang seinen Traum verleugnet hatte – was jedoch nicht bedeutet, dass sein Lebensweg falsch war. Ohne seine Fähigkeiten als Schweißer hätte er das Flugzeug nicht bauen können und wäre nie Pilot geworden. Dank der Krankheit fand er also den Mut, seine Rolle als wer-er-sein-sollte hinter sich zu lassen. Um zu werden, wer-er-wirklich-ist, indem er tat, was er wirklich-tun-wollte.


Selbst in einer Extremsituation wie dieser kann also eine Änderung der Einstellung aus einem Schicksalsschlag eine echte Chance machen – mit Dankbarkeit als mächtiges Werkzeug, das das Tor zu deiner Seele für diese Chance öffnet. Das Gegenteil ist Selbstmitleid und führt zu einer völlig anderen Einstellung, die das Tor zu deiner Seele schließt. Beide Einstellungen sind eine völlig gegensätzliche Reaktion auf ein und dieselbe sich ereignende Realität. Die sich ereignende Realität ist zwar in beiden Fällen gleich, aber je nach Einstellung fühlt sie sich völlig anders an. Und deine gefühlte Realität wird sich dann auch irgendwann auf die sich ereignende Realität auswirken. Warum? Weil ein dankbarer Mensch mehr Gelegenheiten um sich herum erkennt als ein sich bemitleidender Mensch. Und so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich der dankbare Mensch eine glücklichere Realität in der Zukunft erschafft.

Du hast die freie Wahl. Entscheidest du dich für Selbstmitleid und damit für: „Oh, es gibt keine Hoffnung, mir geht es so schlecht, immer bin ich das Opfer, ich bin völlig machtlos!“ oder entscheidest du dich für die Dankbarkeit und damit für: „Oh, das könnte ein neuer Anfang sein, ein Wendepunkt, eine neue Offenbarung, alles wird sich auf perfekte Weise fügen!”? Wähle die Einstellung und damit gefühlte Realität, die deiner Meinung nach am besten funktioniert, die dich am ehesten für neue Gelegenheiten öffnet. Ich weiß, dass das mal wieder nach harter Arbeit klingt. Dein Verstand ist ziemlich stur, und eine Änderung der Einstellung ist harte Arbeit. Es erfordert kontinuierlich Willenskraft, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Und das gelingt dir nur, wenn du deinem Verstand immer und immer wieder zu verstehen gibst, dass es einfach nicht effektiv ist, sich hängenzulassen. Das Argument „Effektivität“ zieht beim Verstand eigentlich immer ...

Übrigens fällt es dir leichter, dankbar zu sein, wenn du bereits die anderen Schlüssel in den Händen hältst – als freudvoller, liebender Mensch, der dem Leben vertraut und die Erkenntnis hat, dass es gute Gründe gibt, dankbar zu sein.

 

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