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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 09

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

9. Kapitel: Der vierte Schlüssel: Erkenntnis

Der vierte Schlüssel ist Erkenntnis. Um mehr Freude zu empfinden, um dich selbst und andere zu lieben und um deiner Seele, dir selbst und dem Leben zu vertrauen, musst du dich kennen. Deinen Charakter, deine Stärken und deine Schwächen. Du musst erkennen, wenn du frustriert bist. Du musst erkennen, wenn Ängste dein Leben bestimmen. Du musst erkennen, wenn du dich in deinem Denken und Handeln von Konventionen und Zweifeln einschränken lässt. Denn nur was du erkennst, kannst du auch ändern.

Und darum geht es beim vierten Schlüssel. Dass du erkennst, welche negativen Gefühle das Tor zu deiner Seele blockieren. Dass du erkennst, warum du diese negativen Gefühle hast. Und dass du erkennst, wie du diese Seelenblocker loswirst. Natürlich solltest du auch erkennen, was in dir positive Gefühle auslöst. Wenn du zum Beispiel genau weißt, was dir Freude bereitet, kannst du ganz bewusst danach streben, um so das Tor zu deiner Seele zu öffnen. Ich habe darüber gesprochen, als ich den ersten Schlüssel „Freude“ beschrieben habe.

Etwas zu erkennen bedeutet übrigens im Umkehrschluss, es nicht zu verleugnen. Du kannst zwar negative Gefühle ignorieren oder sie einfach vergessen, zum Beispiel, indem du dich ablenkst. Aber das Tor zu deiner Seele bleibt trotzdem geschlossen und dein Blick getrübt. Und du weißt nicht einmal warum, weil dir das negative Gefühl auf Schritt und Tritt als stiller Begleiter folgt. Unter diesen Umständen kannst du deine Gefühlslage nicht ändern, weil dir die Erkenntnis fehlt, dass du diese Gefühlslage hast. Deine Frustration, Verletztheit oder Angst bleibt dann tief in dir verborgen. Daher beobachte dich selbst, beobachte dein Leben und erkenne, welches negative Gefühl gerade deine Verbindung zur Seele blockiert. Und warum dieser Seelenblocker gerade bei dir ist. Nur so findest du heraus, wie du ihn auflösen kannst und auch in Zukunft nicht mehr bekommst.

Nehmen wir als Beispiel die Angst. Erst musst du erkennen, dass du Angst hast. Und dann musst du erkennen, warum du Angst hast. Erst dann kannst du diese Angst auflösen. Ein banales Beispiel, aber nicht selten: die Flugangst. Ich sehe oft Reisende, die mit einem flauen Gefühl im Magen ins Flugzeug steigen. Und das, obwohl viel mehr Menschen bei Unfällen mit anderen Verkehrsmitteln sterben. Warum haben manche Menschen Flugangst, obwohl keine Art zu reisen sicherer ist? Weil sie jegliche Kontrolle abgeben müssen, und das gefällt ihrem Verstand – ihrem Kontrollorgan – überhaupt nicht. Im Zug könnten sie die Notbremse benutzen, im Auto notfalls einfach die Tür aufreißen. Aber im Flugzeug? Keine Chance! Wie kannst du dieser Angst Herr werden? Wie so oft durch eine Änderung deiner Einstellung – hier, indem du positive Gefühle mit der Ursache deiner Angst verknüpfst. So öffnest du das Tor zu deiner Seele, die natürlich genau weiß, dass dir auf dem Flug nichts passieren wird ... Die bisherigen Schlüssel „Freude“, „Liebe“ und „Vertrauen“ werden dir dabei helfen. Empfinde bewusst Freude, wenn du an das Fliegen denkst. Stell dir zum Beispiel vor, wie du hoch über den Wolken fliegen wirst. Mit einer atemberaubenden Sicht, von der die Menschheit noch vor wenigen Generationen nur träumen konnte. Empfinde bewusst Liebe, zum Beispiel für das Flugzeug, das extra dafür gebaut wurde, Menschen wie dich sicher an einen entfernten Ort zu bringen. Und empfinde bewusst Vertrauen – gegenüber den Piloten, die eine lange Ausbildung hinter sich haben und auch sicher am Zielort ankommen wollen. Wenn du auf diese Weise bewusst Freude empfindest, liebst und vertraust, wird deine Angst schwächer und schwächer werden. Denn du hast dich bewusst für positive Gefühle entschieden, die dich auf eine Wellenlänge mit deiner Seele bringen und gleichzeitig den Gegenpol, die negativen Gefühle deines Verstandes, schwächen.

Daher: Erkenne dein negatives Gefühl und erkenne die Ursache für dieses negative Gefühl. Und dann löse die Ursache mit positiven Gefühlen auf, indem du deine Einstellung mit den Schlüsseln „Freude“, „Liebe“ und „Vertrauen“ änderst.

Damit lassen sich übrigens nicht nur Ängste beseitigen, sondern auch andere negative Gefühle, die dich die meiste Zeit deines Lebens plagen. Zum Beispiel Bedürftigkeit, Depression, Gier, Frustration und das Gefühl von Unvollkommenheit. Normalerweise versucht ihr, diese negativen Gefühle dadurch zu beseitigen, dass ihr etwas im Außen tut. Aber das funktioniert so nicht. Man kann nicht etwas, das im Innen fehlt, irgendwo im Außen finden. Tagein, tagaus sehe ich gierige Menschen, die mehr und mehr Geld anhäufen. Aber ihr Vertrauen ins Leben nimmt kein bisschen zu. Und ganz nebenbei: Sie werden dadurch auch nicht freudvoller oder liebender. Denn sie versuchen lediglich, ihre negativen Gefühle loszuwerden – anstatt von innen heraus ihre Einstellung zu ändern, um positive Gefühle zu spüren. Würden sie ihre positiven Gefühle stärken, würden sie damit gleichzeitig die negativen Gefühle schwächen. Übe dich also in der Freude, in der Liebe und im Vertrauen, um deine Einstellung zu den Dingen um dich herum zu ändern und dich einfach besser zu fühlen. So werden deine negativen Gefühle – deine Seelenblocker – automatisch schwächer.

Die Einstellung zu ändern bedeutet übrigens nicht, dass dadurch das Außen völlig gleichgültig wird. Auch deiner Seele ist es nicht gleichgültig, in welchen Bedingungen du lebst. Wenn du keinerlei materielle Stabilität im Leben hast, brauchst du dich nicht wundern, wenn dir deine Seele trotz deiner positiven Einstellung Warnimpulse schickt. Sie will dich dann daran erinnern, dass es auch Dinge im Außen anzupacken gibt. Manches mal gilt es also zu erkennen, ob die Ursache für deine negativen Gefühle im Innen oder im Außen zu finden ist. Liegt es lediglich an deiner Einstellung, dass du dich schlecht fühlst, oder gibt es tatsächlich etwas im Außen zu lösen? Im Falle von gierigen Menschen, die nie genug kriegen können, liegt das Problem im Innen – sie fühlen sich bedürftig und unvollkommen. Im Falle von idealistischen Menschen, die sich zwar ihres inneren Reichtums bewusst sind, aber einfach keine innere Ruhe finden, liegt es meistens an einer Vernachlässigung materieller Aufgaben im Außen.


Lass mich ein weiteres Beispiel beschreiben, in dem eine Änderung der Einstellung dazu führen kann, dass sich ein negatives Gefühl auflöst: Viele Menschen leiden in der Partnerschaft, weil sie sehr verletzlich sind. Vorhin habe ich eine junge Frau beobachtet, die von einem Moment auf den anderen am Boden zerstört war. Ihr Partner war etwas grob, als sie eigentlich ein Kompliment erwartet hätte. Sie ist so angreifbar, weil sie es einfach nicht schafft, ihr Gefühl der Bedürftigkeit und Unvollkommenheit loszuwerden. Und wenn ihr Partner ihr nicht gibt, was sie verlangt oder erwartet, fühlt sie sich verletzt. Sie gibt ihm die Schuld dafür, dass sie immer verletzt ist. Leider versteht sie nicht, dass der Grund dafür in ihr selbst verborgen ist. Das Verhalten ihres Partners bringt ihr Gefühl von Bedürftigkeit und Unvollkommenheit lediglich an die Oberfläche.

Als Erstes muss sie erkennen, dass sie verletzt ist. Das dürfte nicht schwierig sein, schließlich ist sie am Boden zerstört. Aber dann müsste sie den nächsten Schritt machen. Sie müsste erkennen, warum sie verletzt ist. Und zwar, weil ihr Partner ihr bewusst gemacht hat, wie bedürftig und unvollkommen sie sich fühlt. Eigentlich hat er sie gar nicht verletzt. Tatsächlich könnte niemand sie verletzen, wenn sie sich ihrer Vollkommenheit bewusst wäre. Aber da sie sich nicht vollkommen fühlt, sondern bedürftig, verletzt sie sich selbst durch ihn – indem sie Dinge von ihm erhofft oder erwartet, die er aus irgendeinem Grund nicht tun kann oder nicht tun will. Er hat sie nicht verletzt. Er hat sich lediglich geweigert, mit einem Kompliment die Löcher ihrer gefühlten Unvollkommenheit zu stopfen. Und das ist der wahre Grund, warum sie sich verletzt fühlt. Denn sie denkt, dass sie diese Löcher selbst nicht stopfen kann. Deswegen soll er es tun. Sie erkennt nicht, dass sie ganz unabhängig von ihrem Partner ein vollkommenes, liebenswürdiges Wesen ist. Sie müsste sich einfach nur selbst anerkennen und lieben. Aber da sie das nicht tut, giert sie nach den Komplimenten ihres Partners, der zu ihr sagen soll, was sie zu sich selbst nicht sagen kann.

Und nun war er auch noch etwas grob zu ihr. Welche Folgen hat das wirklich, abgesehen von ihrem selbst erzeugten Gefühl der Verletztheit? Keine. Seine Worte haben keinerlei Einfluss darauf, wer-sie-wirklich-ist. Wird sie dumm, wenn er sie als dumm bezeichnet? Natürlich nicht ... Also warum fühlt sie sich verletzt? Weil sie erkennt: „Verdammt, ich fühle mich so unvollkommen.“ Durch ihn wurde ihr bewusst, dass sie einen ziemlich üblen Seelenblocker hat, der sie völlig abhängig vom Verhalten ihres Umfelds macht. Von einem Moment auf den anderen können mit einem falschen Wort ihre Freude, ihre Liebe und ihr Vertrauen zerstört werden – also alle drei Schlüssel zerbrechen. Anstatt sich verletzt zu fühlen, müsste sie ihm eigentlich dafür dankbar sein, dass er ihr ihre Unvollkommenheit bewusst gemacht hat – auch wenn er vielleicht etwas grob war und man ihm das natürlich sagen sollte.

Wenn du dich also von einer Person verletzt fühlst – vielleicht, weil du schöne Worte, Aufmerksamkeit oder Fürsorge vermisst –, ändere bewusst deine Einstellung. Und zwar von „verletzt sein“ auf „dankbar sein“. Sieh die Sache als Motivation an, am Erkennen deiner Vollkommenheit zu arbeiten. Und zwar, indem du dich selbst liebst und erkennst, dass du alles hast, was du brauchst. Wie das geht, habe ich erklärt, als ich über den zweiten Schlüssel „Liebe“ gesprochen habe. Sobald du das erkennst, brauchst du dich nicht mehr verletzt fühlen, sondern kannst diesem Menschen dankbar sein. Dann hältst du übrigens automatisch einen weiteren Schlüssel in deinen Händen:

 

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