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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 08

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

8. Kapitel: Der dritte Schlüssel: Vertrauen

Mit viel Freude und Liebe im Leben bist du auf einer Wellenlänge mit deiner Seele und erhältst von ihr sehr klare Impulse. Sie inspirieren dich zu neuen Ideen und Entscheidungen und geben dir Enthusiasmus und Kraft. Du bist voller Tatendrang und siehst Möglichkeiten, die du vorher nicht sehen konntest oder die dir unmöglich umzusetzen schienen.

Der nächste Schritt ist, diesen Impulsen zu vertrauen. Deine Seele – deine reine, feinstoffliche Identität – unterliegt keinen Begrenzungen. Sie ist allwissend und allgegenwärtig. Sie weiß von vergangenen Leben, an die du dich in dieser grobstofflichen Existenz nicht erinnerst. Sie kommuniziert mit der energetischen Quelle, die ihr Gott nennt, und auch mit feinstofflichen Wesen, wie ich eines bin. Sie kann also auf einen Wissens- und Erfahrungsschatz zurückgreifen, der weit über deine Verstandesebene hinausgeht. Sie weiß, was für dich wichtig ist, was dir dienlich ist. Aber wie jeder guter Berater hält sie nichts davon, dir etwas aufzuzwingen, was du nicht willst. Deswegen ist ihre Stimme so zaghaft – ganz im Gegensatz zur Stimme deines Verstandes. Und deswegen ist es so wichtig, diesen zaghaften Impulsen der Weisheit und Wahrheit zu vertrauen. Wenn du das tust und entsprechend handelst, wird dir das Leben leichter von der Hand gehen. Nicht, weil es keine Herausforderungen mehr geben wird. Es ist nicht die Aufgabe deiner Seele, dich an etwaigen Hürden vorbeizuschleusen. Sondern weil du deine Herausforderungen aus einem anderen Blickwinkel betrachten wirst. Mit genügend Vertrauen lässt du dich dann einfach nicht mehr so leicht verrückt machen. Denn du verstehst, dass es sich nur um vorübergehende Lernaufgaben handelt – nicht um dauerhafte Hindernisse.

Sobald also ein Impuls der Seele zu dir durchdringt, vertraue ihm, anstatt ihm mit zu viel Nachdenken und Analysieren den Wind aus den Segeln zu nehmen. Deine Seele weiß, welche Entscheidung die richtige ist – selbst wenn sie deinem Verstand manchmal verrückt erscheinen mag. Falls du nicht genügend Vertrauen aufbringen kannst, um diesem Impuls zu folgen, nimm ihn zumindest zur Kenntnis. Erkenne an, dass du diesen Impuls bekommen hast, warum auch immer. Und sei aufgeschlossen dafür, dass er irgendwann wiederkommen könnte. Vielleicht wird er dir dann weniger verrückt erscheinen, weil du in der Zwischenzeit neue Einsichten gewonnen hast. Und dann kannst du ihm vielleicht vertrauen. Ein großes Problem eurer Zeit ist nicht, dass die Menschen zu verrückt sind, sondern dass sie zu vernünftig sind. Sie schränken sich unnötig darin ein, was sie außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen erfahren können. Sie bleiben in ihrer Rolle als wer-sie-sein-sollten stecken und ihnen entgehen viele Gelegenheiten, weise und glücklich zu werden. Stattdessen verhalten sie sich „ganz normal“, obwohl ihnen ihre Seele pausenlos sagt, dass das nicht ist, wer-sie-wirklich-sind. Aber sie hören nicht auf diese Impulse. Und so blenden sie zum Beispiel aus, dass sie mit ihrer Arbeit nicht glücklich sind – und ihre Familie ebenso wenig. Ich sehe das so oft: Menschen, die voll auf materielle Stabilität setzen und am Ende nur eines haben: materielle Stabilität. Aber keine Zeit und Kraft, sich selbst, ihre Freunde und ihre Familie wichtig zu nehmen. Es reicht nicht, nur materiell fürsorglich zu sein. Was bringt das Geld, wenn man gedanklich und körperlich selten wirklich da ist? Wo ist die ungeteilte Aufmerksamkeit, wo die gemeinsam verbrachte Zeit? Am Ende bleibt dann oft nur ein Geldhaufen neben einem emotionalen Trümmerhaufen. Dann ist auch das liebe Geld nichts mehr wert. Wenn diese Gefahr droht, könnte ein Impuls deiner Seele sein, dir eine neue Arbeit zu suchen. Sie wirft zwar vielleicht weniger Geld ab, verschlingt dafür aber weniger Zeit und Energie. Und vielleicht herrscht dort sogar ein besseres Arbeitsklima. Deine Seele wird dir dann auf jeden Fall entsprechende Impulse senden. „Ganz zufällig“ fällt dir dann zum Beispiel plötzlich ein, dass ein Bekannter jemanden für solch eine Arbeit sucht, und du spürst vielleicht einen enthusiastischen Schub. Dir ist zwar bewusst, dass du dort weniger verdienen würdest, aber irgendwie würdest du schon über die Runden kommen. Also entscheidest du dich dazu, den alten Job zu kündigen.

Du hast also tatsächlich den Mut aufgebracht, die neue Stelle anzunehmen. Nach einer gewissen Zeit merkst du allerdings, dass du Probleme damit hast, das geringere Einkommen auf die leichte Schulter zu nehmen. Du hast nun weniger Geld und machst dir permanent Sorgen. Oder besser gesagt: Dein Verstand macht sich Sorgen, denn er hasst materielle Unsicherheit. Er redet permanent auf dich ein und erzeugt dadurch in dir Gefühle der Angst, Sorge und Unsicherheit. Deine weise Seele hingegen ist seelenruhig, denn sie hat das alles mit einkalkuliert. Sie weiß, dass du alles haben wirst, was du für die aktuelle Etappe deines Lebens brauchst. Aber sie weiß auch, dass es da eine Sache gibt, für die nur du sorgen kannst: Vertrauen. Wenn es dir daran mangelt, wird sich das Tor zu deiner Seele bald schließen. Dann wirst du nur noch deinen Verstand hören und früher oder später einknicken. Denn dann siehst du wieder alles nur aus der Perspektive des Verstandes, mit einem Blick getrübt von Ängsten, Sorgen und Unsicherheit. Willkommen zurück im Überlebenskampf, in dem es nur um materielle Stabilität geht ... Wahrscheinlich kommst du dann zu dem Schluss, dass dein Leben nicht funktioniert, wenn du auf deine Seele hörst. Sie macht dein Leben nur unnötig kompliziert und chaotisch. Ja, es stimmt, dass dein Leben nun kompliziert und chaotisch ist. Aber das ist nicht die Schuld deiner Seele. Die Ursache dafür ist das permanente Wechseln deiner Perspektive. Manchmal hörst du auf deine Seele, manchmal auf den Verstand. Wie würde dein Leben mit der neuen Arbeit aussehen, wenn du permanent genug Vertrauen in dich und das Leben hättest, wenn du permanent deiner Seele vertrauen würdest? Du hättest weniger Ängste und würdest dein Mehr an Zeit und Energie genießen. Du wärst voller Tatendrang und würdest viele Gelegenheiten erkennen, um zu verwirklichen, wer-du-wirklich-bist. Du würdest ausgeglichener, erfüllter und freudvoller sein, und hättest mit deiner Ausstrahlung deinen Freunden und deiner Familie wirklich etwas zu geben. Ja, du hättest zwar vermutlich weniger Geld als zuvor, aber wäre das gemessen an den Vorzügen von mehr Zeit und Energie wirklich eine Tragödie? Dafür ist jedoch Vertrauen nötig. Sonst machst du zu und siehst all diese Vorzüge nicht. Du bist dann wieder nur im Überlebenskampf verstrickt und rennst dem Geld hinterher. Das hast du ja vorher schon gemacht. Nur dass jetzt deine Energie nicht von der vereinnahmenden Arbeit aufgezehrt wird, sondern von deinen Ängsten und Sorgen ...

Dennoch, ich will nichts schönreden. Es ist gut möglich, dass einige Herausforderungen auf dich warten, wenn du beginnst, wer-du-wirklich-bist zu vertrauen. Dein Leben könnte für einige Zeit durchaus ein wenig durcheinandergeraten. Denn du verstehst, dass einige Dinge, die bisher eine hohe Priorität hatten, gar nicht so wichtig sind – zum Beispiel Reichtum und Ansehen. Es ist nicht ganz einfach, diese Prioritäten loszulassen, und erfordert natürlich viel Vertrauen. Andererseits werden nun Dinge wichtig, denen du bisher keine große Bedeutung beigemessen hast. Dinge, die Ausdruck von Freude, Liebe und Selbstverwirklichung sind und im Einklang stehen mit wer-du-wirklich-bist. Aber da das alles Neuland für dich ist, geht es dir ein bisschen so, als müsstest du wieder laufen lernen. Und dazu gehört auch, dass man hin und wieder stolpert. Du sehnst dich nach Freude, Liebe und Selbstverwirklichung und stürzt dich in bestimmte Erfahrungen. Aber dann stellst du fest, dass sie sich irgendwie nicht richtig anfühlen oder dir nicht das einbringen, was du dir erhofft hattest. Du bist auch dort nicht so ganz, wer-du-wirklich-bist. Dann machst du frustriert kehrt und probierst etwas anderes aus. Das ist ganz normal. Ich sehe das jeden Tag, selbst bei den weisesten Menschen. Daher resigniere nicht, wenn du nicht schnell dort ankommst, wo du denkst hinzugehören.

Dieses Herumprobieren ist in eurer Gesellschaft als „chaotisch“ verpönt. Aber ihr geht damit zu hart ins Gericht. Chaos ist wertvolles schöpferisches Material, aus dem etwas Neues hervorgehen kann – ein hochkreativer Prozess, um in der grobstofflichen Welt zu manifestieren, wer-du-wirklich-bist. Weißt du, was ich als „Chaos“ bezeichnen würde? Wenn man nicht weiß, was man will. Wenn man völlig in seinen Gedanken verloren ist. Wenn man sämtliche Prioritäten verloren hat, ohne sich neue zu setzen – oder nie welche hatte. Du hingegen weißt, was du willst. Du weißt, wo deine neuen Prioritäten liegen. Du willst zum Ausdruck bringen, wer-du-wirklich-bist, und das mit möglichst viel Freude, Liebe und Selbstverwirklichung. Dein Problem ist lediglich, dass es dazu in der konventionellen Gesellschaft noch nicht allzu viele einfache Möglichkeiten gibt. Dort ist die Priorität nach wie vor materielle Sicherheit – ohne darauf zu achten, wie man sich dabei eigentlich fühlt. Insofern ist es keine Überraschung, dass du nicht sofort einen perfekten Weg findest, um ein Leben voller Liebe, Freude und Selbstverwirklichung zu manifestieren und dabei gleichzeitig materielle Sicherheit zu haben. Und genau deswegen ist Vertrauen so wichtig. Denn deine Seele kennt das Schlupfloch. Sie weiß, wo dein Platz ist. Aber da du nicht dauerhaft das Tor zu deiner Seele offenhalten kannst und dich immer wieder in Angst, Sorgen und Unsicherheit verlierst, dauert es einfach ein bisschen länger, bis du dort ankommst. Du steckst auf dem Weg immer wieder fest. Weil du mit deinem Brett vorm Kopf eine bestimmte Gelegenheit nicht erkennst oder einen bestimmten inspirierenden Impuls nicht empfangen kannst. Mit Chaos hat das aber nichts zu tun. Du befindest dich lediglich in einem ganz natürlichen Entwicklungsprozess. Auf einer Entdeckungsreise hin zu wer-du-wirklich-bist, zu der es nun einmal auch dazugehört, sich hin und wieder zu verlaufen. Du weißt, was du willst, und probierst etwas aus. Dann erkennst du, dass es für dich nicht funktioniert, und lässt es wieder los.

Und selbst wenn du noch nicht weißt, was du willst, und den Schritt heraus aus dem Grübeln noch nicht geschafft hast: Verurteile dich nicht dafür. Im Niemandsland zu sein, nachdem du dein konventionelles Selbst in Frage gestellt hast, ist der erste Schritt, um dein neues Selbst zu finden. Und damit bist du schon weiter als jemand, der sich gleichgültig seinem Schicksal ergibt, nichts hinterfragt und jede Veränderung im Leben kategorisch ablehnt. Genau diese Menschen sind es, die gerne auf „chaotische“ Menschen herabblicken. Ja, sie haben kein Chaos, aber wahrscheinlich nur, weil sie sich noch nicht auf den Weg gemacht haben. Und glücklich sind die meisten von ihnen auch nicht, weil sie sich nie erlaubt haben, so zu leben, wie sie wirklich wollen.

Lass dich also vom so genannten Chaos nicht entmutigen. Wenn du nicht weißt, wohin es als Nächstes gehen soll, höre auf deine Seele und folge deinen positiven Gefühlen. Tu einfach das, was sich gut anfühlt. Selbst wenn das bedeutet, für ein paar Tage grübelnd im Bett die Decke anzustarren. Du fragst dich wahrscheinlich, wozu das gut sein soll ... Nun ja, du gibst dadurch deinem Chaos Raum, sich auszuleben. Wie soll es aus deinem Leben verschwinden, wenn es nur unterdrückt wird? Zum Beispiel dadurch, dass du dich in irgendwelche konventionellen Strukturen zwängst, die für dich gar nicht funktionieren? Du fühlst dich dann wie in einem Korsett. Dann sehnst du dich wieder nach deinem Chaos, nach deiner Freiheit, anstatt es hinter dir zu lassen. Außerdem erkennst du blind der Norm folgend nicht, was aus dem Chaos, aus diesem schöpferischen Material, geformt werden könnte. Stattdessen läufst du vor dem Chaos weg, und damit vor deiner eigenen Entwicklung. Aber selbst wenn du das Chaos zulässt: Wahrscheinlich kehrst du dann ziemlich schnell doch wieder in die konventionellen Strukturen zurück. Weil selbst kurze Atempausen außerhalb der Norm unglaubliche Schuldgefühle in dir erzeugen. Aber das Chaos will offensichtlich gerade einfach gelebt und verstanden werden. Und wenn dazu erforderlich ist, an die Decke zu starren oder Fernsehen zu sehen, dann ist das einfach so. Ja, selbst der Fernseher kann dir zeigen, wer-du-wirklich-bist und wohin du gehen willst. Vielleicht siehst du dir in dieser Lebensphase einen alten Film an, den du schon mal gesehen hast. Aber du merkst, dass du nun ganz andere Details als wichtig erachtest als noch vor ein paar Jahren. Du durchlebst die Geschichte des Films aus einer neuen Perspektive und erkennst dadurch, dass du gerade dabei bist, ein anderer Mensch zu werden. Oder du schaust bestimmte Sendungen so oft, bis sie dir zum Hals raushängen. Bis du verstanden hast, dass sie dich eigentlich überhaupt nicht interessieren und nicht wichtig sind für wer-du-wirklich-bist.

Gib dir einfach etwas Zeit. Irgendwann, wenn das Chaos lange genug gelebt wurde, hast du in etwa verstanden, was du willst und was du nicht willst. Dann wird sich in dir ganz von selbst das Bedürfnis regen, wieder zur Tat zu schreiten. Deine Seele wird dir dann Impulse in Form von Inspiration, Enthusiasmus und Kraft senden, damit du etwas Neues ausprobieren kannst. Und da du sowohl geistig als auch körperlich ausgeruht bist, kannst du deine neue Etappe frisch gestärkt in Angriff nehmen. Was für viele wie ein Lotterleben klingen mag, ist in Wirklichkeit ein selbstbestimmtes Leben, in dem du die volle Verantwortung dafür übernimmst, herauszufinden und zu leben, wer-du-wirklich-bist. Höre auf deine positiven Gefühle und probiere aus, was du ausprobieren willst – selbst wenn du dabei scheiterst. Nur so findest du heraus, was du wirklich willst und nicht willst. Und eines Tages wirst du wissen: Ja, genau hier bin ich richtig!

So viel zum Thema Vertrauen in Veränderung. Es ist aber auch wichtig, dem richtigen Impuls zu vertrauen. Oft verwechselt ihr die Stimme eurer Seele mit der Stimme eures Verstandes. Glaube nicht, dass die Seele immer nur will, was aus menschlicher Perspektive besonders idealistisch oder aufregend klingt ... Viele idealistische Menschen wollen den gesellschaftlichen Konventionen entfliehen. Aber dann werden sie zum Opfer ihrer eigenen Konventionen, die sie sich mit ihrem Verstand viele Jahre lang zurechtgezimmert haben. Sie lassen ihr altes Leben zurück, nicht weil es sich für sie gut anfühlt, idealistisch zu sein, sondern weil sie idealistischer sein wollen. Zum Beispiel, um ihr Egobedürfnis, ihren selbst auferlegten Anspruch nach Außergewöhnlichkeit, zu befriedigen. Und dann wundern sie sich, wenn sie sich schlecht fühlen, nachdem sie den gesellschaftlichen Konventionen den Rücken zugekehrt haben. Sie sind nicht einem Impuls der Seele gefolgt, sondern einem Floh, den ihnen der Verstand ins Ohr gesetzt hat. Die Richtung war falsch, und nun stecken sie in einem idealistischen Märchenleben fest, das für sie einfach nicht funktioniert. Vielleicht hätte es zum Glücklichwerden einfach gereicht, den Job zu wechseln, weil das Arbeitsklima nicht gestimmt hat. Lass es mich anhand eines konkreten Beispiels erklären: Nehmen wir an, du beschließt, alles hinter dir zu lassen, um nur noch am Fluss zu sitzen und Gedichte zu schreiben. Das habe ich übrigens lange Zeit getan. Wenn du dich nun dabei gut fühlst, warum nicht? Vielleicht wirst du einige Hürden nehmen müssen, zum Beispiel finanzieller Natur. Aber tief in deinem Inneren spürst du, dass es nur ein vorübergehendes Problem ist und dass du wirklich nichts anderes tun willst als Gedichte zu schreiben. Du bist bereit, alles dafür zu erdulden. In diesem Fall könnte Dichter in der Tat deine Berufung sein, und du solltest ihr folgen. Wenn du aber merkst: „Ich bin unglücklich, ich kann so einfach nicht weitermachen!“, dann solltest du vielleicht darüber nachdenken, etwas in deinem Leben zu ändern. Deine Seele wird dir entsprechende Impulse senden. Und auch einen Mangel an Impulsen solltest du beachten. Mangelt es dir zum Beispiel an Inspiration, Enthusiasmus und Kraft, scheint die Seele im Moment andere Prioritäten in deinem Leben zu sehen. Vielleicht signalisiert sie dir, dass es für dein Wohlbefinden besser wäre, in der nächsten Zeit für materielle Stabilität zu sorgen. Es muss ja nicht für immer sein. Aber du ignorierst diesen Impuls, weil du dein schmeichelhaftes Bild eines freidenkenden Paradiesvogels nicht loslassen willst. Dabei hättest du die Möglichkeit, deine Einstellung zu ändern und gegenüber der konventionellen Arbeit eine positivere Sichtweise einzunehmen – so wie ich es für den ersten Schlüssel „Freude“ erklärt habe. Dann würdest du vielleicht erkennen, dass dir eine konventionelle Arbeit im Moment nützlicher wäre, als du vielleicht denkst. Und dir würde vielleicht bewusst werden, dass man auch als ganz normaler Arbeiter ein Freidenker sein kann. Vielleicht wäre ein Büro, eine Fabrik oder ein Einkaufszentrum sogar der perfekte Ort, um andere Menschen mit deinen Gedanken zu inspirieren. Menschen, die deine Denkanstöße wirklich brauchen.

Dennoch, jeder kann tun, was er möchte. Niemand hindert dich daran, auch nicht deine zurückhaltende Seele. Wenn du nicht im konventionellen Sinne arbeiten willst und stattdessen Dichter sein möchtest, kannst du das tun. Aber dann musst du damit rechnen, mit den Herausforderungen konfrontiert zu werden, die Dichter nun einmal haben. Vermutlich wirst du einen langen Atem brauchen, bis du die materielle Sicherheit genießen kannst, die du dir wünschst. Wie gesagt, die meisten von euch erwarten Resultate zu schnell. Sie wissen nicht, dass der Prozess der eigenverantwortlichen Selbstfindung meistens ein langer Weg des Herumprobierens ist. Dabei haben sie in der konventionellen Gesellschaft auch viele Jahre gebraucht, um sich zurechtzufinden. Warum sollte es nun deutlich schneller gehen?
Denke also nicht, dass für die Seele Idealismus das Maß aller Dinge ist. Sie will, dass du wichtige Erfahrungen in dieser Welt machst und dich entwickelst. Und sie will, dass es dir dabei gut geht. Also achte stets darauf, wie du dich auf dem Weg, für den du dich entschieden hast, fühlst. Das ist wichtiger als das glanzvolle Bild, dass du dir von dir selbst und deinem Leben im Kopf gemacht hast.

Deiner Seele zu vertrauen bedeutet daher auch, mit deinem Kopf – also mit deinem Verstand – zu akzeptieren, was sie dir mitteilt. Als du geboren wurdest, war die Verbindung zu deiner Seele sehr stark. Dein Verstand hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht sein volles Potenzial entfaltet. Im Laufe der Zeit wurde er jedoch immer mächtiger und lauter, bis er sich fast vollständig von deiner Seele abgekapselt hat. In mancherlei Hinsicht ist er ziemlich stur. Egal, was deine Seele sagt, selbst wenn es absolut logisch ist: Dein Verstand kann es einfach nicht annehmen. Er erzeugt in deinem Bauch permanent negative Gefühle im Zusammenhang mit dem, was deine Seele dir als richtig oder wichtig signalisiert. Als Dichter am Fluss könnte das zum Beispiel ein Jobangebot sein, das dir tatsächlich deine materielle Stabilität sichern könnte. Und das vielleicht sogar, ohne dass du dich besonders verausgaben müsstest. Vielleicht verspürst du sogar einen leichten enthusiastischen Schub in deinem Bauch. Aber du hast deinen Verstand so lange mit dem Wunschbild eines idealistischen Lebens gefüttert, dass er in deinem Bauch nun ein Gefühl von Angst, Bequemlichkeit oder sogar Abscheu erzeugt. Und dann denkst du, du hast bezüglich des Jobangebots ein schlechtes Bauchgefühl, und lehnst es ab. Dabei sagt dir deine Seele genau das Gegenteil. Du hältst lediglich das falsche Gefühl für dein Bauchgefühl: das vom Verstand erzeugte, lang anhaltende negative Gefühl, und nicht den vergleichsweise kurzen positiven Impuls deiner Seele.

Der Seele zu vertrauen bedeutet übrigens nicht, dass der Verstand nutzlos wird. Es bedeutet, mit dem Verstand die Impulse der Seele anzunehmen. Und dann das, was sie vorschlägt, mit dem Verstand in der grobstofflichen Welt umzusetzen. Planen, koordinieren, abwägen – der Verstand ist dazu das perfekte Werkzeug. Seele und Verstand bilden dann das perfekte Team. Und genau das ist Bewusstheit. Ich habe dir davon erzählt, dass kleine Kinder und Tiere sind, wer-sie-wirklich-sind, weil sie den Impulsen ihrer Seele folgen. Aber da ihr Verstand kaum oder gar nicht ausgeprägt ist, wissen sie nicht, warum sie es tun. Und das ist nicht Bewusstheit. Bewusstheit bedeutet, die Impulse der Seele zu hören und sie mit dem Verstand anzunehmen. Nur dann weißt du, was du tust, und erkennst, wer du bist. Was uns zum nächsten Schlüssel bringt
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