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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 07

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

7. Kapitel: Der zweite Schlüssel: Liebe

Ein weiteres Gefühl, das der energetischen Struktur deiner Seele entspricht und dich somit auf die gleiche Wellenlänge mit ihr bringt, ist Liebe. Sie ist der zweite Schlüssel, um das Tor zu wer-du-wirklich-bist zu öffnen.

Aber anstatt darüber zu sprechen, was Liebe ist, möchte ich lieber darüber sprechen, was ihr für Liebe haltet. Die meisten von euch haben Liebe bereits erfahren – aber gleichzeitig auch das Gefühl der Bedürftigkeit und Abhängigkeit. Ihr wollt für eure Mitmenschen nur das Beste, aber seid gleichzeitig emotional abhängig von ihnen und denkt, sie zu brauchen. Ihr wollt geben, aber ihr wollt auch nehmen – mindestens im gleichen Maße oder vielleicht sogar mehr. Ein vernünftiger Handel soll es sein. Das ist, was ihr für Liebe haltet ...

Bestimmt kannst du dich daran erinnern, einmal einen Menschen so sehr gebraucht zu haben, dass du dachtest, ohne ihn nicht mehr leben zu können. Wie man das vermeidet, erklärt ein kleiner, weiser Mann in einem berühmten Film sehr gut: „Übe dich darin, all die Dinge loszulassen, die du fürchtest zu verlieren.“ Er hat recht. Nur wenn du dir darüber im Klaren bist, dass du nichts von irgendjemandem brauchst, kannst du wahrhaftig lieben. Denn wahre Liebe hat nichts mit Besitzen und Tauschhandel zu tun. In diesem Fall wärst du kein Liebender, sondern ein Bedürftiger. Daher verabschiede dich von dem Gedanken, dass dir irgendetwas ohne eine bestimmte Person fehlt. Du bist vollkommen und hast alles, was du brauchst.

Im Laufe einer Partnerschaft geraten allerdings viele immer tiefer in die Illusion, dass sie alleine unvollkommen wären. Sie denken, der Partner gibt ihnen etwas, das sie selbst nicht haben. Nur zusammen würden sie eine vollkommene Einheit bilden. Und um diese Vollkommenheit nicht zu gefährden, tun sie viele Dinge, die sie eigentlich nicht tun wollen. Sie verraten ihre Identität, aus Angst, den anderen zu verlieren, falls sie sich nicht so verhalten, wie der andere das möchte. Sie gehen nicht mehr ihren Interessen nach, vernachlässigen ihre Freunde, wagen es nicht auszudrücken, was ihnen auf dem Herzen liegt ... und dann fühlen sie sich nur noch mehr unvollkommen und bedürftig – ein Teufelskreis. Manche Menschen verraten sogar die Identität ihres Partners. Sie kritisieren ihn so lange, bis er sich für schwach, dumm und wertlos hält. Warum tun sie das? Weil sie sich unvollkommen fühlen und bewusst oder unbewusst wollen, dass der Partner sich ebenso fühlt. In seiner gefühlten Unvollkommenheit bleibt er dann schön abhängig ...

Niemand kann dir etwas geben, das dich vollkommen macht. Du bist bereits vollkommen. Ich weiß, dass es dir nicht leicht fällt, das zu glauben. Schließlich wird dir in Zeiten des Konsums an jeder Ecke gesagt, wie bedürftig und unvollkommen du doch bist. Und nur, wenn du dies und das hast, bist du glücklich. Ich kann dir anhand eines ganz einfachen Beispiels zeigen, dass du alles hast, was du brauchst. Stell dir vor, du bist ganz allein in einem dunklen Raum. Ein ziemlich trostloses Bild, das du sofort mit Einsamkeit verbindest, nicht wahr? Aber jetzt hör dir das an: Nach einem anstrengenden Tag machst du das Licht aus, ziehst die weiche Decke über deinen Körper und genießt die Ruhe. Na, klingt das immer noch negativ? Ein und dasselbe Bild, aber zwei völlig verschiedene Sichtweisen. Wie schon bei der Freude, dem ersten Schlüssel, geht es also auch bei der Liebe um die richtige Einstellung.

Wenn du dir bewusst machen willst, wie vollkommen du bist, denke an Momente, in denen du einfach nur für dich sein wolltest. Wie du es zum Beispiel nach einem anstrengenden Tag genossen hast, einfach im warmen Bett zu liegen oder zu lesen. Dann wirst du erkennen, wie vollkommen du bist, und dass du nichts und niemanden brauchst. Und solltest du dich dennoch hin und wieder einsam fühlen: Es gibt so viele Dinge, die du mit großer Freude allein tun kannst. Du kannst die Zeit nutzen, um dich kreativ auszudrücken oder die Kreativität anderer zu genießen. Du kannst mit unzähligen Büchern und anderen Dingen deinen Horizont erweitern. Deine Entfaltungsmöglichkeiten sind grenzenlos. Du wirst immer wieder neue Dinge entdecken, die dich begeistern. So gewinnst du neue Eindrücke, die dich inspirieren und damit auch das, was du selbst in der Welt ausdrücken willst. Und dank eurer modernen Kommunikationsmittel kannst du dich dann sogar auch anderen mitteilen, selbst wenn niemand bei dir ist. Du siehst also, deine Vollkommenheit hat nichts damit zu tun, ob andere Menschen körperlich anwesend sind oder nicht.

Damit du dich als vollkommenes Wesen erkennen kannst, ist es auch wichtig, dass du das, was du von anderen erwartest, dir selbst gibst. Wenn du Wärme vermisst, gib dir selbst Wärme. Du willst sie lediglich von anderen, weil du dir selbst nicht genug Wärme zugestehst. Vermutlich, weil du zu selbstkritisch und ehrgeizig bist. Lass deinen Ehrgeiz ein bisschen beiseite und erlaube es dir, mehr Freude zu verspüren, dich selbst mehr zu lieben. Das bedeutet, entspannt durchs Leben zu gehen. Einem Menschen, den du liebst, wünschst du ja auch nicht, dass er angespannt ist ... Also weg mit der Angespanntheit, weg mit dem Stress, weg mit dem Ehrgeiz, unbedingt dieses und jenes schaffen zu müssen. Und mal ganz am Rande: Wo ist bei so einer Einstellung die Freude, der erste Schlüssel? Also sei sanftmütig zu dir, anstatt dich zu verurteilen oder gar zu hassen. Gründe dafür findet dein Verstand viele: die Fehler, die du gemacht hast, die Gelegenheiten, die du im Leben sausen hast lassen, die Ziele, die du nicht erreicht hast ... Wirf deine Schuldgefühle über Bord. Denn Schuld schließt das Tor zu deiner Seele. In ihrer Welt ohne Raum und Zeit gibt es keine Schuld, also seid ihr nicht auf einer Wellenlänge, wenn du dich schuldig fühlst. Deine Schuldgefühle sind lediglich ein Produkt deines Verstandes und wie so oft geht es ihm darum, die Kontrolle aufrechtzuerhalten. Mit dem Schuldgefühl will er dafür sorgen, dass du das, was diese Schuld in dir ausgelöst hat, nie wieder tust. Das Problem dabei ist: Selbst wenn du es nie wieder tust, das Schuldgefühl wird bleiben. Du wirst dich für den einst begangenen Fehler weiter schuldig fühlen, auch wenn die Sache überhaupt kein Thema mehr ist. Denn dein Verstand will wirklich jedes Risiko ausschließen. Also lieber dich ein Leben lang mit unnötigen Schuldgefühlen quälen, als selbst das kleinste Risiko einzugehen, dass du den Fehler wiederholst. Was du wirklich brauchst, um einen Fehler nicht noch einmal zu machen, ist Bewusstheit. Das bedeutet: Eine Handlung als falsch zu erkennen und zu verstehen: „Nein, das ist nicht, wer-ich-wirklich-bin“. Und dann bewusst die Wahl zu treffen, es nicht wieder zu tun. Das ist genug. Also gewähre dir selbst das Maß an Vergebung und Sanftmut, das du auch den Menschen gewähren würdest, die du liebst. Denn nur, wenn du dich selbst liebst und dir deiner Vollkommenheit bewusst wirst, kannst du auch andere wahrhaftig lieben, ohne bedürftig und abhängig zu sein.

Das Schöne ist: Sobald du dich als vollkommenes Wesen erkannt hast und bereit bist, wahrhaftig zu lieben, wirst du keine Probleme mehr damit haben, Gesellschaft zu finden. Die Menschen werden spüren, dass du nicht bedürftig bist und irgendetwas von ihnen willst oder an ihnen zerrst. Sie werden dich als angenehmen Mitmenschen empfinden. Vielleicht kannst du ihnen dann sogar ihre eigene Vollkommenheit zeigen. Und wenn sie sich dann ebenfalls als vollkommenes Wesen erkannt haben, werdet ihr eure Vollkommenheit gemeinsam feiern. Diese Art der Begegnung wird eine völlig andere Qualität haben. Denn es wird keine Zusammenkunft mit „irgendwelchen Leuten“ sein, nur um für eine Weile deine Illusion der Unvollkommenheit und Bedürftigkeit zu vergessen. Stattdessen wirst du dich mit Menschen zusammenfinden, die dich wirklich interessieren. Dann werdet ihr euch gegenseitig bereichern und inspirieren.

Wenn du wahrhaftig liebst, wird übrigens nicht nur mehr Liebe in deinem Leben sein, sondern auch mehr Freude. Beide Gefühle entsprechen der energetischen Struktur deiner Seele und gehen Hand in Hand. Sie widersprechen sich in keiner Weise. Im Gegenteil: Du kannst nicht jemanden wahrhaftig lieben, wenn du dabei keine Freude empfindest. Liebe ohne Freude wäre Abhängigkeit, Bedürftigkeit und Pflichterfüllung – und somit keine wahrhaftige Liebe. Selbst deine besten Eigenschaften wie Aufmerksamkeit und Fürsorge sind nur echt, wenn du dabei auch Freude empfindest und nicht verleugnest, wer-du-wirklich-bist. Sonst neigst du dazu, dich aufzuopfern. Vielleicht, weil du denkst, man müsse allzeit bereit sein zu helfen, der Liebe wegen. Also vergiss bei aller Liebe nicht die Freude, den ersten Schlüssel. Hilf anderen, wenn es dir Freude bereitet. Nur dann ist deine Hilfe authentisch, und nur dann handelst du als wer-du-wirklich-bist. Wenn du hilfst, obwohl du keine Freude dabei verspürst, tust du es vermutlich nur, weil du dich sonst schuldig fühlen würdest. Weil du es als deine Pflicht ansiehst oder weil es jemand von dir erwartet. Dann zwingst du dich zu lieben und liebst dich aufgrund deines Mangels an Freude nicht einmal selbst. Wenn du aber aus Freude heraus authentisch handelst, vollziehst du einen Akt der Selbstliebe – weil du tust, was dir Freude bereitet. Erlaube es dir daher, mehr das zu tun, was du wirklich tun willst. Dann liebst du dich selbst und kannst auch andere wahrhaftig lieben.

Viele von euch denken, dass es kaum möglich ist, das zu tun, was man wirklich tun will. Schließlich muss man irgendwie sein Geld verdienen, und das hat meistens herzlich wenig mit dem eigenen Willen zu tun. Nun ja, auch das ist eine Frage der Einstellung. Frage dich selbst, ob du diese Arbeit wirklich brauchst, wenn sie dich doch so sehr einschränkt. Wenn du dann zu dem Schluss kommst, dass du sie nicht brauchst, kündige ohne Reue. Wenn du aber zu dem Schluss kommst, dass du sie brauchst, und infolgedessen nicht kündigst, ist es dein Wille weiterzuarbeiten. Und ab hier ist der Schritt, eine freudvollere Einstellung zur Arbeit zu bekommen, gar nicht mehr so groß. Wie das geht, habe ich erklärt, als ich dir den ersten Schlüssel „Freude“ gegeben habe.

Nur mit Selbstliebe und dem Gefühl der Vollkommenheit kannst du also deine Mitmenschen wahrhaftig lieben – sie so lieben, dass du nichts von ihnen brauchst, und sie so sein lassen, wie sie sind. Und trotzdem an sie denken, mit ihnen teilen, sie respektieren, mit ihnen Zeit verbringen und ihnen nah sein wollen. Ohne Zwang, sondern der Liebe selbst willen. Ohne zu verleugnen, wer-du-wirklich-bist, und ohne von ihnen zu verlangen, dass sie verleugnen, wer-sie-wirklich-sind. Das kann so leicht passieren ... Nehmen wir an, du fühlst dich nicht vollkommen und denkst, du brauchst deinen Partner. Selbst wenn du nicht von ihm verlangst, dass er verleugnet, wer-er-wirklich-ist, wird er es vermutlich dennoch tun. Warum? Weil er genau weiß, dass dein Wohlbefinden von ihm abhängt – selbst wenn du nur still und leise vor dich hin leidest. Die ganze Zeit muss er dich in seinen Gedanken mit sich herumschleppen. Damit er ja nicht etwas tut, was dich verletzen könnte. Damit er immer so handelt, wie du es erwartest. Damit er dir jederzeit die Dosis Vollkommenheit verabreicht, die du denkst zu brauchen. So verliert er jede Möglichkeit zu sein, wer-er-wirklich-ist. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Sucht, eine Zigarette oder Flasche Bier zu brauchen, und jemanden als Person zu brauchen. Allzeit bereit, dir deinen Kick zu geben, wenn du danach verlangst – mit Komplimenten, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Als würdest du eine Zigarette aus der Schachtel nehmen oder eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank holen.

Daher ist es so wichtig zu verstehen, dass du vollkommen bist und loslassen kannst. Wirf deine Erwartungen an den Partner weg, wirf die Pflichten weg, die du ihm auferlegst, wirf die Schuld weg, die du ihm einredest, wenn er nicht das tut, was du willst. Wenn du traurig darüber bist, dass dein Partner unaufmerksam ist und nicht einmal ein Eis für dich kauft, kauf es dir doch einfach selbst. Warum dein Glück von einem dämlichen Eis abhängig machen, das du dir für ein bisschen Kleingeld selbst kaufen kannst? Gib deinem Partner die Freiheit zu sein, wer-er-wirklich-ist, und freu dich, dass du dann ebenfalls frei bist zu sein, wer-du-wirklich-bist. Andernfalls würdest du von ihm etwas verlangen, das er dann von dir ebenfalls verlangen kann.

Und vergiss nicht, dass wahrhaftige, bedingungslose Liebe nicht nur auf den Partner beschränkt ist, sondern mit jedem zelebriert werden kann.
Wenn du also lernst, wahrhaftig zu lieben und gleichzeitig freudvoll zu sein, hältst du bereits zwei wertvolle Schlüssel in deinen Händen, um das Tor zu deiner Seele zu öffnen
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