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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 06

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

6. Kapitel: Der erste Schlüssel: Freude

Der erste Schlüssel zum Öffnen dieser emotionalen Tür ist Freude. Sie bringt dich auf die gleiche Wellenlänge mit deiner Seele. Schließlich entspricht dein Gefühl der Freude ihrer energetischen Struktur.
Ich weiß, das Leben ist manchmal kein Zuckerschlecken. Es ist nicht leicht, sich immer freudvoll zu fühlen. Die Welt ist voller Gegensätze, die oft mit voller Wucht durchlebt werden müssen: Wärme und Kälte, Licht und Dunkelheit, Freud und Leid ... Es gibt da allerdings etwas, das du dir zunutze machen kannst: Wird einer der beiden Pole stärker, muss gezwungenermaßen der andere Pol schwächer werden. Wird es zum Beispiel wärmer, nimmt die Kälte ab. Wird es heller, nimmt die Dunkelheit ab. Wirst du freudvoller, nimmt das Leid ab. Bei der Freude ist das so, weil dich mit einer guten Laune negative Dinge einfach nicht mehr so berühren. Und mit einer sehr guten Laune vielleicht sogar überhaupt nicht mehr. Sicher kennst du den Satz: „Ich könnte die ganze Welt umarmen!“ So etwas kann nur ein Mensch sagen, der voller Freude ist. Andernfalls hätte er nicht einmal Lust, seinen nervigen Nachbarn zu umarmen. Aber da er voller Freude ist, stört ihn nicht einmal die ganze Welt! Du siehst also: Wenn du einen Pol stärkst, schwächst du automatisch den Gegenpol. Du freust dich, und Dinge, die dich runterziehen könnten, spielen keine oder kaum noch eine Rolle.

Deswegen ist es so wichtig, Freude zu empfinden. Denn sie beschert dir nicht nur ein paar schöne Momente, sondern kann auch deine Einstellung zu unschönen Dingen komplett ändern. Vermutlich führst du jedoch ein völlig anderes Leben. Anstatt nach Freude zu streben, versuchst du meistens, den Gegenpol, also Leid, zu vermeiden. Du denkst: „Wenn ich erst einmal all die negativen Dinge aus meinem Leben geschafft habe, bin ich glücklich.“ Aber das funktioniert so nicht. Wenn du überwiegend damit beschäftigt bist, dich vor Leid zu schützen, kommst du gar nicht mehr dazu, Freude in dein Leben zu bringen. Wenn du dich zum Beispiel vor zwischenmenschlichen Begegnungen drückst, um nicht verletzt zu werden, erlebst du nichts. Oder wenn du dich nur um deine materielle Sicherheit kümmerst, wirst du immer ehrgeiziger und angespannter, und dein Herz erstarrt. So kannst du das Tor zu deiner Seele nicht öffnen.

Beim ersten Schlüssel geht es also darum, ganz bewusst Freude in dein Leben zu bringen. Vielleicht denkst du, dass es ziemlich schwierig ist, freudvolle Momente zu schaffen. Deine unliebsame Arbeit oder andere Verpflichtungen machen dir einfach einen Strich durch die Rechnung. Nun ja, das ist eine Frage der Einstellung. Tatsächlich ist das Hauptproblem, dass die meisten Menschen nicht freudvoll sein wollen. Die junge Frau zum Beispiel, die dies geschrieben hat, war anfangs in der Arbeit nicht allzu glücklich. Sie ist ein kleiner Paradiesvogel und hat sich in einem Büro fehl am Platze gefühlt. Aber irgendwann hat sie erkannt, dass ihr eine Miesepetereinstellung nicht dienlich ist. Also hat sie bewusst ihre Einstellung zur Arbeit geändert. Zunächst hat sie sich klargemacht, dass sie durch diese Arbeit Stabilität im Leben bekommt. Und dann hat sie angefangen, auch immer mehr Details unter einem anderen Blickwinkel zu sehen. Die Tastatur und das Telefon waren dann nicht mehr einfach nur Tastatur und Telefon, sondern nützliche Hilfsmittel, um mit anderen Menschen konstruktiv zu kommunizieren oder ihnen sogar zu helfen. Natürlich sorgt so etwas nicht gleich für einen wahren Freudentaumel, aber es ist ein Anfang. Und es reicht, um das Tor zur Seele ein Stückchen zu öffnen. Leider geben die meisten Menschen zu schnell auf, wenn sie versuchen, ihre Einstellung zum Leben auf diese Weise Stück für Stück zu ändern. Sie glauben einfach nicht daran, dass es funktioniert. Warum? Weil die Gesellschaft es sich zur Gewohnheit gemacht hat, griesgrämig zu sein. Du brauchst nur einen kurzen Blick in die Zeitungen zu werfen und wirst feststellen, dass das meiste davon schlechte Nachrichten sind. Nicht, weil alles auf der Welt so schlecht ist, sondern weil ihr die Wahl getroffen habt, euch darauf zu fokussieren. Und auch in anderen Bereichen habt ihr die Wahl getroffen, griesgrämig zu sein. In der Öffentlichkeit ausgelassen Freude zu zeigen, gilt als unangemessen und erzeugt manchmal sogar Scham. Im Büro plötzlich laut zu lachen, zum Beispiel. Aber ein kaltes, gleichgültiges Gesicht – wenn überhaupt mit einem gekünstelten Lächeln – gilt als angebracht.

Ihr habt also die Wahl getroffen, die meiste Zeit eures Lebens starke positive Gefühle zu vermeiden. Weil ihr einfach zu viel Angst davor habt, sie zu zeigen. Und im Alltag gekünstelt zu lächeln macht euch auch nicht freudvoller ... Denn ihr wisst, dass es aufgesetzt ist. Ihr wisst, dass ihr nur eine Rolle spielt, und das ist ziemlich anstrengend. Es kann sogar dazu führen, dass ihr mit dieser Form von guter Laune nach einer gewissen Zeit etwas Negatives verbindet: zum Beispiel Heuchelei oder die Pflicht, bestimmten Alltagskonventionen gerecht zu werden.
All das macht es so schwierig, an die Freude zu glauben. Du blickst in die mürrischen oder bestenfalls gekünstelt lächelnden Gesichter deiner Mitmenschen und siehst, dass niemand freudvoll zu sein scheint. Und wenn niemand freudvoll sein kann, warum sollst dann gerade du dazu in der Lage sein? Aber das ist nicht, wer-du-wirklich-bist, sondern deine Rolle als wer-du-sein-solltest. Eine Rolle, die von deinem Umfeld oder von dir selbst im Alltag verlangt wird.

Wenn du dich öffnen willst für wer-du-wirklich-bist, musst du mehr Freude im Leben zulassen. Und dazu musst du es dir angewöhnen, das Leben unter einem anderen Blickwinkel zu sehen. Sieh das Gute in den Dingen um dich herum und lerne, sie wertzuschätzen. Möglichkeiten dazu gibt es zu genüge. Schließlich lebst du in deiner Zeit so komfortabel wie zu meinen Zeiten Königinnen und Könige ... Ich habe das Beispiel mit der Tastatur und dem Telefon genannt, aber es gibt natürlich viele, viele mehr. Ganz einfach ist das nicht, das gebe ich zu. Aber denkst du, dass jahrzehntelang mürrisch sein und gekünstelt lächeln weniger anstrengend ist? So schwer ist es gar nicht, eine bestimmte Sichtweise einzunehmen. Wie sonst lässt es sich erklären, dass manche Menschen beim Rauchen oder Trinken von ... na ja ... ekelhaftem Zeug Freude empfinden? Sie fühlen sich dabei sogar sicherer und vollkommener und denken, dass sie ohne das Zeug nicht mehr leben können. Mit körperlicher Sucht hat das oft herzlich wenig zu tun. Eher mit einer über Jahre eingeübten Einstellung.

Wie du siehst, ist die Kraft der Gedanken mächtiger, als du vielleicht denkst. Warum setzt du sie also nicht dafür ein, deine Einstellung auf positive Weise zu ändern? Ich weiß, ich weiß, es ist nicht leicht. Schließlich gibt es in eurer Gesellschaft so viele Verlockungen, die negative Einstellung zu behalten. Ein Künstler, dem ich manchmal ein bisschen unter die Arme greife, hat es richtig erkannt. Er sagte einmal: „Die Menschen lieben dunkles Zeug. Sie sehen darin etwas Tiefes.“ Ja, viele von euch sehnen sich nach mehr Tiefgang, und ihr denkt, ihr findet diese Tiefe nur in negativen Dingen. Der Ausdruck positiver Gefühle hingegen wirkt für euch schnell hohl, kitschig und unrealistisch. „Tss, da bin ich mitten im Überlebenskampf und dann kommt einer her und macht einen auf Friede, Freude, Eierkuchen! Als ob es irgendetwas zu lachen gäbe!“ Ihr gebt euch lieber der ernsten Grübelei hin. Dann seid ihr nachdenklich, und Nachdenken liebt der Verstand. Schließlich ist das Denken sein Steckenpferd. Und ihr liebt das Nachdenken auch. Denn in trauter Zweisamkeit mit eurem Verstand, eurem Kontrollorgan, habt ihr alles im Griff. Beim Herumgrübeln wägt ihr alle Eventualitäten ab, schließt jedes Risiko aus und schiebt jeder bösen Überraschung den Riegel vor. Doch wozu führt das? Dass ihr Herumgrübeln mit Wachsamkeit verbindet. Wenn man sich hingegen freut, ist man unaufmerksam, ja wird vielleicht sogar ein bisschen übermütig und unvorsichtig. Und das passt eurem Kontrollorgan ganz und gar nicht. Aber das ist ein Denkfehler. Eine positive Einstellung macht dich keinesfalls übermütig oder unvorsichtig. Denn auch als freudvoller Mensch erkennst du, ob dir etwas dienlich ist oder nicht. Du lässt die negativen Dinge lediglich nicht mehr so nah an dich heran. Weil du dank deiner positiven Einstellung die positiven Gefühle in dir gestärkt hast. Und dadurch wirken die negativen Gefühle, die da kommen mögen, automatisch schwächer.

Aber wie bekommt man eine positive Einstellung, wie wird man freudvoll? Indem man lernt, das Gute in den Dingen zu sehen. Dann gibt es nichts mehr, was darüber bestimmen kann, wann und warum du dich schlecht fühlen sollst. Das ist wahres, selbstermächtigtes Erschaffen von Realität! Nicht dadurch, dass du änderst, was um dich herum geschieht, sondern dadurch, dass du deine Einstellung zu dem änderst, was um dich herum geschieht. Und das Tolle ist: Dadurch wird sich auch früher oder später das, was geschieht, ändern. Weil du als freudvoller Mensch auf gleicher Wellenlänge mit deiner weisen, allwissenden Seele mehr Gelegenheiten erkennen und ergreifen wirst. Du wirst mehr Mut haben, Entscheidungen zu treffen, die zu einem freudvolleren Leben im Einklang mit wer-du-wirklich-bist führen.

Ein erster Schritt, das Gute um dich herum zu sehen und damit Freude hervorzurufen, könnte sein, dich mit Dingen zu umgeben, die du magst. Du wirfst dann ganz automatisch immer wieder einen Blick darauf und empfindest für einen Moment etwas Freude. In der Arbeit kann das zum Beispiel eine Pflanze sein, ein Foto, eine kleine Statue, was auch immer. Eigentlich völlig banal, aber wirkungsvoll. Generell solltest du mehr Dinge tun, die dir Freude bereiten. Auch das klingt banal, aber schau doch nur, welchen geringen Stellenwert echte Freude in eurer Gesellschaft hat. Meistens geht es doch nur darum, seine Pflicht zu tun und ums Überleben zu kämpfen, und sich dann als Ausgleich dazu irgendwie zu betäuben. Wo ist da echte Freude? Ich will damit nicht sagen, dass du deinen Job kündigen sollst, um dann nur noch das zu tun, was dir Spaß macht. Aber ich bin mir sicher, dass du auch außerhalb der Arbeit viele Gelegenheiten auslässt, das zu tun, was du wirklich tun willst. Weil du denkst, dass du stattdessen etwas anderes tun musst. Vielleicht, weil es jemand von dir fordert – dein Partner, dein ehrgeiziges Ego, die nach wie vor präsenten Erwartungen deiner Eltern ... oder weil du dich schuldig fühlen würdest, wenn du mehr freudvolle Dinge tun würdest als andere. Es gibt so viele Möglichkeiten, den ersten Schlüssel „Freude“ zu finden. Manchmal kann es so einfach sein. Such dir hin und wieder ein schönes Plätzchen in der Natur und blende dein Alltagsleben aus. Das kann schon reichen, um dich auf eine Wellenlänge mit deiner Seele zu bringen. Aber wie oft erlaubst du es dir schon, mit so etwas „Zeit zu verschwenden“? Ach, es ist so schön, Menschen dabei zuzusehen, wie sie verträumt ins Meer starren. Wie dabei all die vom Verstand erzeugten negativen Gefühle für eine Weile weichen und sich das Tor zur Seele, zur Geistigen Welt, öffnet. Sogar leckeres Essen kann dazu führen. Einfach alles, was dich wirklich erfreut. Sogar ein sexueller Höhepunkt.

Wie erkennst du, dass dich etwas wirklich erfreut? Dadurch, dass etwas in deinem Bauch, in deiner Brust oder sogar im ganzen Körper für kurze Zeit in Wallung gerät. Du erhältst einen Energieschub, auch wenn er vielleicht nur für einen Moment anhält. Das ist wichtig zu wissen, denn nur so findest du heraus, was dir wirklich Freude bereitet. Wenn du jeden Tag viele Stunden Fernsehen siehst, ist das vermutlich keine echte Freude, sondern lediglich Bequemlichkeit. Du fühlst dich dabei zwar ganz gut, aber befindest dich eher in einem Dämmerzustand – ohne jeglichen Energieschub, ohne dass sich irgendetwas in deinem Körper regt. Wenn du nicht genau weißt, wie sich echte Freude anfühlt, denke zurück an deine Kindheit. Damals hattest du dieses Gefühl wahrscheinlich ziemlich oft. Selbst Kleinigkeiten konnten es auslösen. Und die Fähigkeit, dich von solchen Kleinigkeiten erfreuen zu lassen, hast du immer noch. Du musst dir nur erlauben, so zu fühlen – ganz gleich, wie wenig anspruchsvoll oder erwachsen das ist, was dir Freude bereiten könnte. Das ist es, was dich auf eine Wellenlänge mit deiner Seele bringt, nicht das Vermeiden eines negativen Gefühls. Wie oft sehe ich Leute, die verzweifelt versuchen, ausgeglichen und „transzendent“ zu werden, um so einen besseren Draht nach oben zu bekommen ... Nicht nur, dass sie völlig verbissen versuchen, jegliches negative Gefühl loszuwerden, nein, manche von ihnen vermeiden sogar Dinge, die ihnen Freude bereiten könnten. Sie essen nicht das, was ihnen schmeckt, sondern nur das, was sie für gesund halten. Sie interessieren sich nicht für das, was ihnen gefällt, sondern nur für das, was ihnen idealistisch erscheint. Sie tun nicht das, was sie tun wollen, sondern nur das, was ihr Bewusstsein erweitern könnte. Der Punkt ist, dass ein freudvolles Leben sie genau zu all diesen Dingen führen könnte: zu mehr Gesundheit, zu höheren Idealen, zu einem erweiterten Bewusstsein – weil sie so auf gleicher Wellenlänge mit ihrer Seele wären. Also zäume auch du das Pferd nicht von hinten auf. Kümmere dich erst darum, ein freudvoller Mensch zu werden, bevor du versuchst, irgendetwas anderes zu erreichen. Diese Freude ist die Basis für einfach alles. Denn ohne Freude machst du irgendwann einfach schlapp, egal, was du tust.

Ich verstehe, dass es nicht leicht ist, eine freudvolle Einstellung zu entwickeln, wenn um dich herum Dinge passieren, die dir ganz und gar nicht in den Kram passen. Zum Beispiel in der Arbeit. Eine positive Einstellung bedeutet jedoch nicht, dass du von nun an alles erdulden sollst. Wenn deine Arbeit unerträglich ist und sich absolut falsch anfühlt, zwingt dich niemand, sie weiterhin zu erdulden. Du könntest dir eine neue Arbeit suchen und würdest in der Zwischenzeit schon nicht verhungern ... Wenn du jedoch entscheidest, die Arbeit zu behalten, nun ja, dann ist sie offensichtlich nicht ganz so schlecht. Vermutlich, weil sie dir etwas gibt, das du brauchst, zum Beispiel materielle Stabilität. In diesem Fall bekommst du vielleicht eine positivere Einstellung, wenn du dich genau darauf konzentrierst. Also dass du etwas brauchst, und die Arbeit gibt es dir. Bedenke, dass nicht die Arbeit schuld daran ist, dass du brauchst, was du nun einmal brauchst. Im Gegenteil: Die Arbeit gibt es dir. Kein schlechter Grund, sie aus einem etwas positiveren Blickwinkel zu betrachten, oder?

Ob du’s glaubst oder nicht: Selbst in Momenten größter Niedergeschlagenheit ist Freude möglich. Beobachte kleine Kinder oder Tiere. Sie fühlen sich vielleicht gerade nicht gut, aber wenn ihre Aufmerksamkeit auf etwas gelenkt wird, das ihnen gefällt, sind sie von einem Augenblick auf den anderen voller Freude. Oh, da weint ein kleines Kind. Aber jetzt gibt ihm seine Mutter ein kleines Spielzeug und schon lacht es wieder. Der emotionale Zustand des Kindes hat sich auf einen Schlag geändert, obwohl sich das Leben selbst kein bisschen geändert hat. Und hier, da ist ein Hund, der sich an einem scharfen Gegenstand die Pfote verletzt hat. Jetzt hat er etwas gesehen. Ich glaube, einen Schmetterling. Oho, jetzt tollt er völlig wildgeworden herum, als wäre vorher nichts passiert. Warum gelingt es kleinen Kindern und Tieren, ihre Gefühlslage von einem Moment auf den anderen zu ändern, während es dir so unglaublich schwerfällt? Weil sie nicht vom Verstand kontrolliert werden. Sie sind frei und handeln entsprechend dem, was gerade geschieht. Sie sind, wer-sie-wirklich-sind. Und in diesem Moment sind sie Freude, weil ihre Aufmerksamkeit etwas galt, das Freude auslöst. Du hingegen hast im Laufe deines Lebens eine enge Verbindung zu deinem Verstand geknüpft – zu deinem Kontrollorgan – und ignorierst die Impulse deiner Seele, die dir gerade sagen will: „Hey, hallo, da ist gerade etwas, worüber du dich freuen kannst! Sei doch einfach, wer-du-wirklich-bist!“ Stattdessen handelst du meistens als wer-du-sein-solltest. Und das bedeutet eben oft, dass du dich nicht freuen solltest. Du verstehst zwar, dass da etwas ist, das gerade Freude auslösen könnte – auch wenn es nur ein gewöhnlicher Schmetterling ist. Aber die Gesellschaft ist nun einmal meistens mürrisch und nachdenklich, also definierst du mürrisch und nachdenklich als wer-du-sein-solltest. Kleine Kinder oder Tiere hingegen kennen keine Konventionen. Und sie haben nicht das Verstandesbedürfnis, jeden Moment des Lebens unter Kontrolle zu haben. Du hingegen denkst: „Also wenn ich mich jetzt entscheide, nicht mürrisch zu sein, muss es dafür aber einen triftigen Grund geben. Ich freue mich nur, wenn von vorne bis hinten alles bis ins kleinste Detail stimmt!“ Ja, du erlaubst dir Freude nur, wenn keine böse Überraschung droht, wenn es keine Ernüchterung geben kann. Nehmen wir wieder das Beispiel mit dem Schmetterling. Du siehst einen schönen Schmetterling auf der Wiese und könntest dich eigentlich darüber freuen. Aber dein Verstand erlaubt es dir nicht, denn dann würdest du ja eine Illusion leben. Schließlich repräsentiert dieser Augenblick ja nicht dein Allgemeinbefinden, deine Gesamtsituation im Leben. Würdest du nun dennoch Freude empfinden, würde der Verstand keine Sekunde zögern und einen Gedanken erzeugen, der dir aufzeigt, dass irgendein Detail in deinem Leben keinen Anlass zur Freude gibt. Und schon hat er dein Kartenhaus der Freude zum Zusammenstürzen gebracht und du landest hart zurück auf dem Boden der Tatsachen. Und weil du harte Landungen nicht magst, versuchst du, sie zu vermeiden. Indem du es dir letztendlich so gut wie nie erlaubst, freudvoll zu sein. Lieber lässt du dich von deinem Verstand kontrollieren, damit du ja immer einen realistischen Blick auf die Dinge hast. Und was erhältst du als Gegenleistung, dafür, dass du dich nicht freust? Kontrolle. Über ein Leben ohne Freude. Kein guter Handel, oder?

Lass mich noch einmal sagen, was ich vorhin schon gesagt habe: „Selbst in Momenten größter Niedergeschlagenheit ist Freude möglich.“ Vielleicht hast du gedacht, dass dieser Satz ziemlich verrückt ist. Ich hingegen halte Kontrolle über ein Leben ohne Freude für ziemlich verrückt. Du kannst jeden Augenblick des Lebens freudvoll sein – wenn du dies wählst und zulässt.
Der erste Schlüssel, um das Tor zu deiner Seele zu öffnen, ist also Freude. Und du findest diesen Schlüssel, wenn du es dir erlaubst. Umgebe dich mit Dingen, die du magst, und richte deinen Fokus auf sie. So hebst du deine Stimmung an und erzeugst hin und wieder im Bauch, in der Brust oder im ganzen Körper einen angenehmen Energieschub – auch wenn er nur für wenige Sekunden anhält. Wenn ein Tier oder kleines Kind dazu fähig ist, kann ein Erwachsener das auch. Oder denkst du, dass ein schöner Schmetterling es nicht wert ist, mit Freude angeschaut zu werden?

Überlege dir also, wie du mehr Freude in dein Leben einladen kannst, und gib diesen Dingen eine höhere Priorität als bisher. Und ändere deine Einstellung zu den Dingen, die dir im Augenblick wenig freudvoll erscheinen. Damit auch sie es wert sind, nicht aus einem mürrischen Blickwinkel betrachtet zu werden.

Es ist also eine Frage der richtigen Einstellung. Und du bist frei, diejenige Einstellung zu wählen, die dir am dienlichsten erscheint. Niemand hindert dich daran, auf eine Wellenlänge mit wer-du-wirklich-bist zu kommen. Wenn dann nur du selbst. Erlaube es dir also, das Gute in den Dingen zu erkennen, und erschaffe dir so deine eigene freudvolle Wirklichkeit
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