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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 03

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)


Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

3. Kapitel: Ein kurzer Blick

Aber glücklicherweise habt ihr dieses Kopfkino nicht immer. Es gibt Momente, in denen ihr den Überlebenskampf vergesst – ganz gleich, wie sehr euch Ängste und Sorgen plagen, ganz gleich, wie wenig aufgeschlossen ihr gegenüber Dingen außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen seid. In Momenten wie diesen lasst ihr einfach alles los: jede Angst, jede Sorge, jede Unsicherheit. Dann erkennt ihr euch als wundersames Wesen in einer wundersamen Welt.

Ein kleines Beispiel: Du bist auf einer Geschäftsreise und sitzt gerade im Flugzeug. Schnell schaust du noch ein paar Unterlagen durch. Du bist voll mit deiner Rolle im Überlebenskampf identifiziert. Als ein Wesen voller Ängste, Sorgen und Unsicherheit, ganz auf sich gestellt. Als ein Wesen, das versucht, seine körperliche Existenz zu wahren, indem es so viel Geld wie möglich anhäuft. Als ein Wesen, das so wenig wie möglich auffällt und seine Rolle als wer-es-sein-sollte so perfekt wie möglich erfüllt. Du gönnst dir eine kleine Pause und schaust aus dem Fenster. Was für ein atemberaubender Anblick, hoch über den Wolken und unter dir die Welt so klein wie eine Ameisenkolonie! Die Erhabenheit dieses Anblicks ergreift dich so sehr, dass du alles um dich herum vergisst. Du lässt einfach alles los. Die Sichtweise, dass du auf deine körperliche Existenz begrenzt bist. Die Sichtweise, dass du diese körperliche Existenz wahren und ums Überleben kämpfen musst. Die Sichtweise, dass es darüber hinaus nichts Erstrebenswertes gibt. Du spürst, dass da mehr ist. Dass du mehr bist. Mehr als nur ein Körper mit der Aufgabe, am Leben zu bleiben.

Warum konntest du in diesem Moment alles loslassen und etwas Größeres, Unaussprechliches erahnen? Weil deine gesamte Aufmerksamkeit auf den atemberaubenden Anblick fokussiert war. Du hast deinen Verstand einfach vergessen. Und da dein Verstand dein Kontrollorgan ist, hast du sozusagen die Kontrolle verloren. Oder besser gesagt: Du hast sie aufgegeben. Für einen Moment war dir etwas anderes einfach wichtiger als dein Verstand. Und das Fehlen seiner permanenten Warnsignale hatte Folgen: Du hattest plötzlich eine völlig andere Sichtweise. Und das, obwohl sich im Außen nichts geändert hat. Der gleiche Körper, die gleiche Umgebung ... Aber in deinem Inneren hat sich etwas geändert. Und zwar, wie du dich fühlst. Warum? Weil du deinem Verstand keine Beachtung mehr geschenkt hast. Und so konnten dich seine Impulse, die sonst immer Angst, Sorgen oder Unsicherheit hervorrufen, nicht mehr erreichen. Stattdessen war da nun unterbewusst das Vertrauen, dass die Dinge in Ordnung sind, so wie sie sind. Du hast etwas wahrgenommen, das jenseits dessen lag, was du kontrollieren kannst – jenseits deines Überlebenskampfes. Du hast das Tor zu deiner Seele geöffnet und einen kurzen Blick auf wer-du-wirklich-bist geworfen.

Zu Momenten wie diesen kann es in verschiedensten Situationen kommen. Hier hat dich ein atemberaubender Anblick einfach abgelenkt und so die Verbindung zum Verstand unterbrochen. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen man sich gezwungen sieht, diese Verbindung zu unterbrechen. Situationen, in denen das Kontrollorgan keinen Nutzen mehr hat, weil das, was um den Menschen herum geschieht, nicht beeinflusst werden kann. Wenn in Kriegen die Bomben fallen, wird der Überlebenskampf vom Zufall entschieden. Du fürchtest um dein Leben und der Verstand arbeitet verzweifelt auf Hochtouren. Er sendet unentwegt Paniksignale, weil deine körperliche Existenz bedroht ist. Irgendwann erreichst du jedoch den Punkt, an dem der Versuch, die Kontrolle aufrechtzuerhalten und die körperliche Existenz zu wahren, unerträglich wird. Dann gibst du jede Hoffnung auf und dein Verstand schaltet einfach ab. Und plötzlich ist die Panik wie verflogen. Eben hast du noch völlig verängstigt in der Ecke gekauert, aber nun bist du völlig ruhig und friedlich. Du spürst, was deine Seele spürt. Denn da sind keine Panikimpulse des Verstandes mehr, die die Stimme der Seele übertönen. Es kümmert dich nicht mehr, wer-du-sein-solltest. Du bist nun, wer-du-wirklich-bist.

Die beiden Situationen – im Flugzeug und im Bombenhagel – könnten unterschiedlicher kaum sein. Und dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit: Beide Situationen haben einen bestimmten Zustand hervorgerufen und dir so einen kurzen Blick in deine Seele gewährt. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Du warst zwar für kurze Zeit wer-du-wirklich-bist, konntest diesen Zustand aber nicht effektiv nutzen. Zum Beispiel, um Entscheidungen zu treffen oder zu planen. Schließlich kam es dazu, weil die Verbindung zum Verstand unterbrochen wurde. Aber wie soll man ohne den Verstand Entscheidungen treffen, Dinge planen oder koordiniert handeln?
Deswegen will ich dir erklären, wie du diesen Zustand bewusst hervorrufen kannst. Und zwar so, dass Seele und Verstand zusammenarbeiten. Ohne Bomben und ohne dass du dafür erst in ein Flugzeug steigen musst. Ich will dir zeigen, wie du das Tor zu deiner Seele jederzeit öffnen und gleichzeitig deinen Verstand nutzen kannst. Und ich versichere dir: In diesem Zustand wirst du völlig andere Entscheidungen als sonst treffen. Und diese Entscheidungen werden zu völlig anderen Resultaten als sonst führen. Denn du wirst sie nicht mehr als wer-du-sein-solltest treffen – voller Angst, Sorgen und Unsicherheit –, sondern als wer-du-wirklich-bist. Offen für die Impulse deiner Seele und gleichzeitig bei klarem Verstand
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