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Impulse aus der Geistigen Welt - Kapitel 02

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Impulse aus der Geistigen Welt

von Irina Yashina und Stefan Hertrich (Hörbuch 2014)

 
Hörbuch 2014. Als CD- oder Download-Version hier im Shop erhältlich.

 

2. Kapitel: Der Besucher

Es ist die Stimme eines Besuchers, und er spricht unentwegt. Allerdings steht er vor einer verschlossenen Tür. Deswegen hörst du seine Stimme nur sehr leise oder überhaupt nicht. Aber er ist sehr gutmütig. Er will sich dir mitteilen, selbst wenn er im wahrsten Sinne des Wortes vor verschlossenen Türen steht. Und du kannst jederzeit entscheiden, die Tür zu öffnen und ihn hereinzubitten. Aber lass dir ruhig Zeit ... Er ist ein sehr geduldiger Zeitgenosse. Er wird einfach so lange weiterreden, bis du irgendwann aufmachst. Doch dazu brauchst du Schlüssel, und ich will dir zeigen, wo du sie findest.

Aber lass mich dir vorher von diesem ominösen Besucher erzählen. Sein Name ist „wer-du-wirklich-bist“. Das klingt so, als würde er in deiner Fantasie leben – in deinen Träumen oder in deinen Zukunftsplänen. Aber nein ... er heißt ja nicht „wer-du-sein-willst“ oder „wer-du-werden-wirst“. Sein Name lautet „wer-du-wirklich-bist“.

Dieser „jemand“ ist schon da und muss nicht erst erschaffen werden. „Na wo ist er denn?“, fragst du vielleicht. Nun ja, überall. Wo auch immer du bist, wohin auch immer du gehst. Wer-du-wirklich-bist ist in keiner Weise von dir getrennt. Denn ich spreche von deiner Seele.

„Schön und gut“, sagst du vielleicht. „Aber warum soll ich einem Besucher die Türe öffnen, der sowieso überall ist?“ Nun, ich meinte nicht eine gewöhnliche Tür. Es geht um eine emotionale Tür. Und die kann ganz schön robust sein. Robuster als jede Tür aus Holz oder Eisen. Empfängt man einen Besucher, geht es schließlich nicht darum, ihm die Haustür zu öffnen. Das ist ja selbstverständlich. Es geht um die Tür zu deinem Herzen. Bleibt diese Tür verschlossen, heißt du zwar vielleicht deinen Besucher willkommen, bist aber emotional ganz woanders. Und das Gleiche gilt auch für diesen Besucher, für wer-du-wirklich-bist. Er ist zwar immer bei dir, aber aus unterschiedlichsten Gründen beachtest du ihn meistens nicht. Vielleicht bezweifelst du sogar, dass er existiert. Dann hörst du sein Klopfen an deiner emotionalen Türe nicht oder willst es nicht hören. Vielleicht, weil du gefangen bist in gesellschaftlichen Konventionen und Unsicherheit. Vielleicht, weil du befürchtest, „nicht mehr normal zu sein“, wenn du auf deine Seele hören würdest. Vielleicht, weil du Angst hast, dich zu verändern. Auf eine Weise, die die konventionelle Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Mehrheit der Menschen, die noch nicht wissen, wer-sie-wirklich-sind. Die lediglich damit beschäftigt sind, wer-sie-sein-sollten. Aber selbst wenn diese Menschen nicht merken würden, dass du dich veränderst: Du hättest vermutlich dennoch Angst davor, auch nur ein kleines Bisschen „nicht normal“ zu sein. Denn du glaubst, dass dich jeder ganz genau im Auge hat. Ein kleiner Kaffeefleck auf der Bluse und die ganze Welt richtet gebannt ihren Blick auf dich, denkst du. Ich versichere dir, die Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Sie hätten nach einer Weile sogar vergessen, dass du dir mit Kaffee die Haare gewaschen hast ... Und es gibt noch einen Grund, warum du vermutlich Angst hast, dich zu verändern: Du würdest einen Pfad beschreiten, den du nicht kennst. Du könntest nicht konkret vorhersehen, was passieren würde. Denn du wüsstest nicht, wohin deine Seele dich führen würde.

Es ist also vermutlich die Angst, die dich davon abhält, dich als ein Wesen über deine grobstoffliche Existenz hinaus zu erkennen. Und so wirst du nicht, wer-du-wirklich-bist, sondern denkst und fühlst weiterhin als wer-du-sein-solltest. Als ein rein körperliches Wesen in einer Welt voller Gefahren, in der es lediglich darum geht, die eigene Existenz zu wahren. In einem Kampf ums Überleben, nur ohne Keule und Steinschleuder. Nein, ich übertreibe keineswegs. Viele Menschen denken tatsächlich, dass es eine Sache des Überlebens ist, sich in der konventionellen Gesellschaft zu behaupten. Ein kleiner Fehler in der Arbeit und das Gehirn fängt an zu rattern. Es konstruiert eine fantasievoll ausgeschmückte Kette von Ereignissen, wie es kein Horrorbuchautor besser hinkriegen würde. Was, wenn du deine Arbeit verlierst? Was, wenn du dann deine Wohnung nicht mehr bezahlen kannst? Was, wenn du dann unter der Brücke schlafen müsstest? Ja, das menschliche Gehirn ist wahrlich kreativ ...

 

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